Entführungen von Cleveland Richter erklärt Ariel Castro für verhandlungsfähig
Castro bei Anhörung vor Gericht: Prozessauftakt für August geplant
Foto: Mark Duncan / AP / dpaCleveland - Ariel Castro wird sich den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft stellen müssen. Der Mann, der drei Frauen ein Jahrzehnt gefangen gehalten und misshandelt haben soll, ist verhandlungsfähig. Eine Untersuchung habe ergeben, dass Castro in der Lage sei, die Anklage zu verstehen und seine Anwälte bei der Verteidigung zu unterstützen, sagte Richter Michael Russo.
Laut Staatsanwaltschaft ist für den 11. Juli ein Treffen geplant, an dem auch darüber gesprochen werden soll, ob die Anklage die Todesstrafe für Castro fordern wird. Ihm wird auch Mord vorgeworfen. Der 52-Jährige wird für den Tod eines Babys verantwortlich gemacht, das eine der entführten Frauen in Gefangenschaft zur Welt brachte.
Die Staatsanwaltschaft forderte Castros Verteidiger Craig Weintraub auf, Beweise vorzulegen, die gegen einen Antrag auf Verhängung der Todesstrafe sprechen. Weintraub hatte angedeutet, sein Mandant werde sich schuldig bekennen, wenn der Tod als Strafe ausgeschlossen sei.
Castro bat darum, die sechsjährige Tochter besuchen zu dürfen, die er mit einer der Frauen zeugte. Richter Russo entsprach der Bitte nicht. "Ich denke, das wäre einfach unangemessen", sagte er.
Die Anklage gegen Castro umfasst 329 Punkte. Er hat auf nicht schuldig plädiert. Er soll drei Frauen zwischen 2002 und 2004 von der Straße gekidnappt haben. Damals waren die Opfer 14, 16 und 20 Jahre alt. Zehn Jahre soll er sie in seinem Haus in Cleveland gefangen gehalten haben. Er wurde am 6. Mai festgenommen - kurz zuvor war eine der Frauen aus dem Haus ausgebrochen und hatte Nachbarn um Hilfe angefleht. Heute sind die Frauen 23, 27 und 32 Jahre alt.
Der erste Prozesstag ist für den 5. August festgesetzt, könnte sich aber laut Richter Russo verschieben.