Enthauptung im Greyhound-Bus: Angeklagter wird freigesprochen - DER SPIEGEL
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Enthauptung im Greyhound-Bus Angeklagter wird freigesprochen

In einem Überlandbus hatte er einen Mitreisenden getötet und enthauptet - jetzt wurde er freigesprochen. Der Richter wertete die Tat des 40-jährigen Vincent L. als so "grotesk" und "barbarisch", sie könne nur von einem psychisch kranken Menschen begangen worden sein.
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Winnipeg - Gutachter der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung hatten übereinstimmend unter Eid ausgesagt, dass der Angeklagte unter Schizophrenie leidet und sein 22-jähriges Opfer im Glauben getötet hatte, von Gott dazu angewiesen worden zu sein. Der 40-Jährige hatte seinen Sitznachbarn im Bus erstochen und die Leiche anschließend enthauptet sowie zerstückelt. Ein Gericht in Kanada sprach den Angeklagten am Donnerstag von der Verantwortung für das Verbrechen frei. Er komme nun in die Psychiatrie und sein Fall werde ein Mal jährlich von einer Expertenkommission geprüft, so das Gericht.

Die Tat sei so "grotesk" und "barbarisch", dass sie auf eine psychiatrische Krankheit schließen lasse, sagte Richter John Scurfield nach Angaben des Senders CBC am Ende der dreitägigen Verhandlung, zu dessen Beginn der Angeklagte sich als "nicht schuldig" bezeichnet hatte. Unmittelbar nach der Tat hatte er sich dagegen bei Polizisten entschuldigt und sie händeringend gebeten, sein Leben zu beenden.

Die Familie des Opfers kündigte nach dem Urteil des Gerichts in Winnipeg an, sie wolle dafür sorgen, dass der Mann nie mehr auf freien Fuß komme. Ihr Sohn sei nicht umsonst gestorben, sagte die Mutter des Opfers. Sie hat vor einem Zivilgericht Anklage gegen den 40-Jährigen, die Busgesellschaft, die kanadische Polizei und die kanadische Regierung erhoben.

Der Angeklagte stammt aus China. Er war privat wie auch im Beruf mehrfach als geistig verwirrt aufgefallen, jedoch nie gewalttätig geworden. Am Abend des 30. Juli bestieg er Zeugenaussagen zufolge sichtlich verstört den Greyhound-Bus. Nach drei Stunden Fahrt auf dem Trans Canada Highway zückte er ein langes Messer und stach ohne ersichtlichen Grund auf den schlafenden Mann neben sich ein.

Dann enthauptete er ihn und schwang den Kopf vor den Augen der entsetzten Mitreisenden hin und her. Anschließend sezierte er die Leiche, schnitt die Organe heraus und aß davon. In seiner Jackentasche wurden später die Nase, die Lippen und andere Teile des Opfers gefunden.

fsc/dpa