Ermyas-Prozess Neues Stimmgutachten entlastet Angeklagten
Potsdam - Nach Angaben der "Märkische Allgemeinen Zeitung" entlaste das Gutachten Björn L. Dem Experten von der Universität Hannover zufolge sei die Stimme des Hauptangeklagten nicht mit der auf dem Mailbox-Mitschnitt eines Streits zwischen Opfer und Tätern identisch. Die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung liege bei weniger als 50 Prozent.
Das zweite Stimmgutachten im Prozess vor dem Landgericht Potsdam hatte die Staatsanwaltschaft beantragt, nachdem eine erste Expertise lediglich zu dem Ergebnis gekommen war, dass die Stimmen identisch sein könnten. Auf einer Skala zur Größe der Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung hatte eine Gutachterin des Landeskriminalamtes den zweitschlechtesten Wert angegeben.
Ermyas M. war am Ostersonntag 2006 an einer Haltestelle in Potsdam niedergeschlagen und schwer verletzt worden. Dem Angriff war ein Streit vorausgegangen, der von der Handy-Mailbox der Frau des Opfers aufgezeichnet wurde. In dem Prozess müssen sich der 30 Jahre alte Björn L. wegen gefährlicher Körperverletzung und der 31-jährige Thomas M. wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten. Sie bestreiten die Tat.
Das zweite Stimmgutachten soll heute Nachmittag vorgestellt werden. Danach wollte die vierte Strafkammer auch festlegen, wann die Plädoyers und das Urteil gesprochen werden.
jdl/ddp