Ermyas-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert Freispruch - DER SPIEGEL
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Ermyas-Prozess Staatsanwaltschaft fordert Freispruch

Ein Jahr ist es her, dass der Deutsch-Äthiopier Ermyas M. in Potsdam niedergeschlagen und schwer verletzt wurde. Im Verfahren gegen seine beiden mutmaßlichen Peiniger hat die Anklage nun Freisprüche gefordert.
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Potsdam - Es gebe keine hinreichenden Beweise für eine Tatbeteiligung der beiden Beschuldigten, sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft in seinem Plädoyer. Auch die Nebenklage plädierte auf Freispruch. Der Angriff auf den gebürtigen Äthiopier hatte wenige Wochen vor der Fußball-Weltmeisterschaft bundesweit eine politische Debatte über Fremdenfeindlichkeit im Osten Deutschlands ausgelöst.

Angeklagt sind in dem Prozess der 30-Jähriger Björn L. wegen gefährlicher Körperverletzung und der 32-Jährige Thomas M. wegen unterlassener Hilfeleistung. Sie sollen am Ostersonntag 2006 an einer Haltestelle mit Ermyas M. in Streit geraten sein, den dunkelhäutigen Potsdamer mit einem Faustschlag niedergestreckt und lebensgefährlich verletzt haben.

Die Ermittler waren aufgrund von Handy-Mailboxaufnahmen des Streits zwischen Opfer und Tätern zunächst von einem rassistisch motivierten Mordversuch ausgegangen. Zeitweise hatte sogar die Bundesanwaltschaft den Fall an sich gezogen. Die Vorwürfe ließen sich jedoch im Laufe der Ermittlungen nicht halten. Die beiden Angeklagten hatten die Tat von Anfang an bestritten.

jdl/ddp