Bernie Ecclestone: Ex-Formel-1-Boss räumt vor Gericht Betrug ein - DER SPIEGEL
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Früherer Formel-1-Boss Bernie Ecclestone räumt vor Gericht Betrug ein

Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat sich in einem Betrugsprozess schuldig bekannt. Nachdem er ein riesiges Auslandsvermögen bei der Steuer falsch angegeben hatte, zahlt er nun 650 Millionen Pfund nach.
Bernie Ecclestone 2019: Bisher hatte der 92-Jährige die Vorwürfe zurückgewiesen
Bernie Ecclestone 2019: Bisher hatte der 92-Jährige die Vorwürfe zurückgewiesen

Bernie Ecclestone 2019: Bisher hatte der 92-Jährige die Vorwürfe zurückgewiesen

Foto: Eibner-Pressefoto /EXPA/Angerer / imago images/Eibner Europa

Bernie Ecclestone soll Auslandsvermögen von mehr als 400 Millionen Pfund bei der Steuer falsch angegeben haben. Lange hat der 92-Jährige diese Vorwürfe zurückgewiesen. Jetzt hat der frühere Formel-1-Chef bei einer Anhörung in einem Betrugsprozess in London eine Kehrtwende gemacht.

»Ich bekenne mich schuldig«, sagte Ecclestone im schwarzen Anzug und mit grauer Krawatte vor dem Londoner Southwark Crown Court. Der Anklage zufolge soll Ecclestone angegeben haben, nur einen einzigen Trust im Ausland gegründet zu haben, dessen Begünstigte seine drei Töchter Deborah, Tamara und Petra seien.

Kommt Ecclestone hinter Gitter?

Die britische Finanz- und Steuerbehörde ist aber der Ansicht, dass Ecclestone selbst von dem nicht deklarierten Vermögen im Ausland profitieren wollte. Theoretisch ist eine Strafe von bis zu zehn Jahren Haft möglich. Eigentlich sollte wegen der Anschuldigungen im November ein mehrwöchiger Prozess beginnen – wegen des Schuldeingeständnisses dürfte das Gericht nun ohne längere Verhandlung eine Strafe festsetzen. Ob Ecclestone ins Gefängnis muss, ist unklar. Das Strafmaß in dem Betrugsverfahren soll noch am Donnerstag verkündet werden.

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Ecclestone hat sich mit der britischen Steuerbehörde HMRC bereits darauf geeinigt, in Großbritannien mehr als 650 Millionen Pfund Steuern nachzuzahlen, wie britische Medien aus dem Gerichtssaal in London berichteten. Die Summe decke Zahlungen aus 18 Steuerjahren ab.

Bestechungsprozess eingestellt

Ecclestone hatte die Formel 1 seit der Übernahme der Werbe- und Fernsehrechte Ende der Siebzigerjahre wie kein Zweiter geprägt. Der Brite machte die Serie als machtvoller Geschäftsführer zu einem weltumspannenden und milliardenschweren Unternehmen. Ecclestone erschloss immer wieder neue Märkte, er schreckte dabei vor politisch umstrittenen Ländern und Machthabern nicht zurück. Mit seiner Meinung zu Diktaturen und anderen brisanten Aussagen sorgte er auch immer wieder für Unverständnis und Skandale.

Es ist nicht sein erstes Mal vor Gericht. Wegen des Verkaufs der Formel 1 an das Investmentunternehmen CVC im Jahr 2006 musste Ecclestone sich im April 2013 als Angeklagter in München verantworten und sich dem Vorwurf der Bestechung stellen. Im August desselben Jahres wurde das Verfahren gegen eine Geldauflage von 100 Millionen Dollar eingestellt. Im Januar 2017 wurde Ecclestone von den neuen Formel-1-Besitzern Liberty Media als Geschäftsführer abgesetzt.

apr/hen/dpa/sid