Jagd auf Christopher Dorner: Spezialeinheit im Skigebiet
Fahndung nach Cop-Killer Eine Million Dollar Kopfgeld
Los Angeles - Seit vier Tagen sucht die Polizei vergeblich nach dem Cop-Killer. Nun haben die Behörden im US-Bundesstaat Kalifornien eine Million Dollar als Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des mutmaßlichen Dreifachmörders Christopher Dorner führen. "Wir werden niemanden tolerieren, der die Sicherheit unserer Gemeinschaft in Frage stellt", so der Bürgermeister von Los Angeles, Antonio Villaraigosa laut "Los Angeles Times". "Diese Terrorherrschaft werden wir nicht dulden", sagte er.
Polizeichef Charlie Beck betonte, dass das ausgesetzte Kopfgeld von einer Million Dollar das höchste sei, das es in der Stadt jemals gab. Der Grund für die hohe Belohnung sei nicht, "den Flüchtigen dingfest zu machen, sondern weitere Verbrechen, wie etwa einen Mord, zu verhindern", so Beck. Es sei ein Akt von innerstaatlichem Terrorismus, den Dorner begangen habe.
Nach dem militärisch geschulten Mann, der seinen früheren Kollegen über Facebook mit "Krieg" gedroht hat, wird seit Tagen in einer verschneiten Bergregion in Kalifornien gefahndet. Tausende Polizisten durchkämmen teils zu Fuß die dichten Wälder. Die Polizei geht davon aus, dass der Gesuchte schwer bewaffnet ist, unter anderem mit einem Sturmgewehr.
Die letzte Spur des Ex-Polizisten ist ein ausgebrannter Lastwagen, der am Donnerstag in einem Skigebiet entdeckt worden war. Im Inneren sei eine Campingausstattung gefunden worden, so die Ermittler. Der Wagen sei aber so stark verkohlt, dass man keine weiteren Aussagen zum Inhalt machen könne.
Jagd an der mexikanischen Grenze
Die Polizei von Los Angeles (LAPD) hat die Suche nach dem Ex-Cop bis an die mexikanische Grenze ausgedehnt. Hunderte Polizisten fahnden nach dem ehemaligen Kollegen, der bereits drei Menschen getötet und weitere Morde angekündigt haben soll.
Polizeichef Charlie Beck kündigte nun an, das Disziplinarverfahren, das zu Dorners Entlassung führte, neu aufzurollen. Man nehme den Vorwurf des Rassismus ernst. "Ich tue dies nicht, um einen Mörder besänftigen", sagte Beck. "Ich tue dies, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass ihre Polizei fair und transparent agiert."
Dorners Arbeit als Cop endete 2008 in einem Skandal. Er hatte sich über eine Kollegin beschwert. Sie habe einen geisteskranken Verdächtigen misshandelt, warf Dorner ihr vor. Ein Disziplinarausschuss befand jedoch, dass er gelogen habe. Obwohl der Vater des mutmaßlichen Opfers seine Vorwürfe später bestätigte, wurde Dorner 2008 fristlos entlassen. Seine Einsprüche wurden immer wieder abgeschmettert.
Ex-Cop droht Polizei mit Krieg
Am vergangenen Sonntagabend soll er seinen Rachefeldzug begonnen haben. Die Opfer: Monica Quan, 28, eine Basketballtrainerin an der California State University, und ihr Verlobter Keith Lawrence, 27, ein Sicherheitsbeamter. Quan ist die Tochter eines pensionierten LAPD-Captains, der Dorner vor dem Disziplinarausschuss vertrat. In einem kruden Manifest, in dem er der Polizei mit Krieg droht, soll er sich über die Rolle von Quan beschwert haben. In der Nacht zum Donnerstag soll Dorner dann in Riverside und Corona einen Polizisten getötet und zwei weitere verletzt haben.
Dorner beklagt zahlreiche Missstände beim LAPD: Rassismus, Diskriminierung, Brutalität und Korruption. "Dorner versucht, seine Morde mit diesen Vorwürfen zu rechtfertigen", sagte LAPD-Captain Phil Tingirides. Solche Taten seien aber mit nichts zu rechtfertigen.
Seit Tagen sucht die Polizei von L.A. nun bereits nach Dorner. Er soll schwer bewaffnet sein, unter anderem mit einem Scharfschützengewehr und Boden-Luft-Raketen. Die Cops, die auf seiner Todesliste genannt sind, stehen unter Personenschutz.