Fall Andreas Grotz Mysteriöser Tod eines Gastwirts
Andreas Grotz am Meer: Er starb im Januar 2010
Andreas Grotz erscheint am Neujahrstag nicht zur Arbeit. Ohne ein Wort einfach wegzubleiben, ist allerdings untypisch für den Wirt der Berliner "Phoenix-Lounge". Er hatte sich selbst für die Tresenschicht eingeteilt, seine Mitarbeiterinnen aus dem Servicebereich wundern sich. Der 42-Jährige gibt grundsätzlich Bescheid, wenn er sich verspätet.
Auf die Anrufe und Kurzmitteilungen an jenem Tag reagiert Andreas Grotz nicht. Die Kellnerinnen sind wütend, eine hinterlässt ihm eine zornige Nachricht auf der Mailbox. Als sie in der Nacht den Laden schließt, hat er sich immer noch nicht gemeldet. Ihre Wut weicht der Sorge.
Vielleicht ist ja doch was passiert?
Als ihr Chef am 2. Januar wieder nicht auftaucht und auch auf die Anrufe und Kurzmitteilungen seiner Freundin nicht reagiert, alarmiert die Angestellte die Polizei.
Feuerwehrleute brechen um 13.50 Uhr die Tür zu seiner Altbauwohnung in Berlin-Schöneberg auf, der Schlüssel steckt von innen. Im Flur und im Bad brennt Licht. Die Männer entdecken Andreas Grotz auf den weißen Fliesen des Badezimmers, bekleidet mit einer dunkelgrünen Unterhose - tot. Er liegt in einer Blutlache, die Augen geöffnet, die Kehle durchgeschnitten, ein Fleischermesser steckt fast bis zum Anschlag in seiner linken Brust. Ein weiteres liegt in der Blutlache. Und seine rechte Hand umklammert den Griff eines Brotmessers.
War es Mord? Die Ermittler geben sich zunächst bedeckt. In dem noch am selben Tag angefertigten Polizeibericht heißt es: "Aufgrund der Auffindesituation des 42 Jahre alt gewordenen Andreas Grotz kann ein Fremdverschulden derzeit nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden." Eine Obduktion des Leichnams wird angeordnet, eine Mordkommission jedoch nicht eingeschaltet.
Zwei Monate lang bleibt die Wohnung des Toten verschlossen. Am 9. März werden die versiegelten Räume freigegeben. Der Staatsanwalt teilt Grotz' Eltern mit, dass "die durchgeführten polizeilichen Ermittlungen und gerichtsmedizinischen Untersuchungen keinerlei Anhaltspunkte für ein etwaiges Verschulden Dritter am Tode Ihres Sohnes ergeben haben". Das Todesermittlungsverfahren sei "daher eingestellt worden".
Das zweieinhalb Seiten lange Schreiben endet mit den Worten: "Insgesamt ist von einem tragischen Suizid Ihres Sohns auszugehen." Ein Abschiedsbrief wird allerdings nicht gefunden.
Hinter der Theke trank er keinen Tropfen Alkohol
Andreas Grotz, kurzgeschorenes, graues Haar, meist Dreitagebart, ist ein Triathlet und Marathonläufer. Durchtrainiert, muskulös. Als Teenager findet er Gefallen am Bodybuilding, posiert in knappen Höschen und mit eingeölten Muckis. Fotos, die seine Mutter aufbewahrt hat, und über die er später schmunzeln muss, wenn sie sie herauskramt.
1981 ist er mit seinen Eltern und seiner Schwester aus dem Schwäbischen in ein 900-Einwohner-Nest in Schleswig-Holstein gezogen. Vater Bernd hat dort eine Bäckerei übernommen. In dessen Fußstapfen will Andreas Grotz jedoch nicht treten. Er will Masseur werden, verlässt sein Elternhaus und geht wenige Jahre vor dem Mauerfall nach Berlin.
Dort kommt alles anders. Der Beruf Masseur liegt ihm nicht, dafür der Job als Barkeeper im heimeligen Café Marx in Kreuzberg. Nach kurzer Zeit wird er einer der Inhaber. Er liebt das Leben hinter der Theke. Die Gäste schätzen ihn als jovialen, herzlichen Wirt, der viel lacht, immer ein offenes Ohr hat. Der nicht raucht und für seine Angestellten die Anzahl der Zigaretten pro Schicht vorgibt. Der bei der Arbeit grundsätzlich nicht trinkt, aber ohne Kaffee und Cola nicht leben kann.
1995 wird sein Sohn geboren. Andreas Grotz ist ein stolzer Vater, von der Mutter trennt er sich Jahre später. 1999 übernimmt er mit einem Geschäftspartner das Café Zig Zag in Schöneberg, renoviert es und eröffnet es unter dem Namen "Phoenix-Lounge".
Die Eckkneipe mit der langen Theke und den dunkelroten, gelben Wänden wird sein zweites Zuhause. Sein Geschäftspartner, ein Rechtsanwalt, lässt ihm freie Hand. Andreas Grotz genießt es, sein eigener Chef zu sein, die Schichten für die 15 Mitarbeiter einzuteilen, im Großmarkt einzukaufen - und selbst hinter dem Tresen zu stehen, Bier zu zapfen, Gläser zu polieren.
"Was du in Berlin machst, kannst du auch in Hamburg", sagen ihm seine Eltern. Doch Andreas Grotz will nicht mehr weg aus Berlin. Hier pulsiert das Leben, hier pulsiert sein Leben.
Doch der sonst so sportliche, disziplinierte Grotz gerät auf die falsche Spur - er beginnt, Kokain zu konsumieren.
Selbstmord? - "Nicht der Andreas"
Seine Familie im Norden ahnt nichts. Unverändert, ganz der Alte, kreuzt er dort in regelmäßigen Abständen auf. Scherzt mit dem Vater, einem stattlichen, gutmütigen Mann. Lässt sich von seiner Mutter verwöhnen, nimmt sie in den Arm und zeigt ihr Fotos von seiner Tochter, die 2005 geboren wurde. Gisela und Bernd Grotz sind stolz auf ihren Sohn.
Im Oktober 2008 ruft er sie an. "Es tut mir weh, euch das sagen zu müssen. Ich habe eine zeitlang Koks genommen, ich bin da reingeschlittert." Die Eltern sind fassungslos. Andreas Grotz hat bereits einen Entzug hinter sich. Neun Monate hat der gedauert, weil er zweimal rückfällig wurde. "Aber jetzt habe ich es geschafft", sagt er am Telefon. Er werde am 8. Januar 2009 für sein Durchhalten von der Therapieeinrichtung "Kokon" mit einer Urkunde in Form eines Schmetterlings ausgezeichnet. Bernd und Gisela Grotz reisen zur Verleihung. Sie sind wieder stolz auf ihren Sohn.
"Er machte sich schlimme Vorwürfe", sagt die Mutter. "Ich habe gedacht, er kommt weg davon, nachdem er den Entzug erfolgreich gepackt hatte", sagt der Vater. Auf dem Fenstersims stehen gerahmte Fotos ihres Sohns, daneben rosafarbene Wildrosen in einer kleinen Vase und eine Sonnenblume. Auf einem Schrank liegt Andreas' Tagebuch, mit schwarzer Tinte hat er sein Leben, Liebeskummer, Glücksgefühle dokumentiert. Erst nach seinem Tod erfahren die Eltern von den akribischen Aufzeichnungen.
Er führte das Buch so wie seine Einkaufslisten, Wochen- und Dienstpläne: Alles hat er präzise notiert, um sich besser sortieren zu können. Die Mutter liest daraus vor. Den Tränen, die ihr dabei aus den hellblauen Augen fließen, lässt sie freien Lauf.
Es sind Sätze, die belegen, wovon Familie und Freunde überzeugt sind: Andreas Grotz war nicht lebensmüde.
"Ich habe ihn nie suizidal erlebt", sagt auch Psychotherapeut Wolfgang Götz. Er ist der Leiter von "Kokon", dem Therapiezentrum, das sich auf Kokain-Missbrauch spezialisiert hat. Er kennt kokainbezogene Todesfälle - und er kennt Andreas Grotz. "Es fällt mir schwer zu glauben, dass sein Tod ein Selbstmord war", sagt er. Zum Weihnachtsfest der Einrichtung sei Andreas Grotz noch erschienen, habe stets den Kontakt gepflegt. Mit Götz aber hat kein Ermittler gesprochen.
Nach dem dritten, vierten Pils nahm er Kokain
Regelmäßig suchte Andreas Grotz einen weiteren Psychotherapeuten auf, um Ordnung in seinem Leben zu halten. Er sehnte sich nach einem stabilen Lebensmodell. Zu seiner Schwester sagte er einmal: "Ich will mal so mit meiner Familie leben wie Mama und Papa mit uns." Vielleicht hätte sein Therapeut Antworten auf einige Fragen der Ermittler gehabt. Gestellt haben sie auch ihm keine.
Die Mitarbeiter der Phoenix-Lounge sehen ihren Chef zuletzt am 29. Dezember 2009. Der Laden ist voll, ein Gast feiert seinen Geburtstag. Andreas Grotz ist erschöpft und doch aufgekratzt. Seine Kollegen kennen diese Art. Sie wissen, er ist eigentlich geschafft, scheut aber den Weg nach Hause.
"Ich hau jetzt ab, will noch ins Kino", sagt er und schnappt sich den Wäschekorb mit den schmutzigen Schürzen und Handtüchern. Von wegen ins Kino, denken sich die Kellnerinnen. Sie wissen, dass Andreas Grotz eine Entziehungskur hinter sich hat - und sie wissen, dass er seit Oktober immer mal wieder der Versuchung erliegt.
Es habe ihn wie einen Quartalssäufer überkommen, erzählen sie. Alleine sei er dann durch Kneipen gezogen, habe andere Gäste getroffen, hier geplaudert, da mal ein Bier. Doch - das sagen seine Eltern und seine Freunde - viel Alkohol vertragen habe Andreas Grotz nicht.
Nach dem dritten, vierten Pils wurde er leichtsinnig. War er dann zur falschen Zeit am falschen Ort, wurde er schwach, nahm Kokain. Dann rief er am nächsten Morgen im Lokal an, stöhnte in den Hörer und seine Mitarbeiter wussten: Der Chef ist abgestürzt. "Er hat sich für diese Abstürze selbst am meisten gehasst", sagt eine Freundin. Die Wut auf sich selbst hielt meist Monate, bis er wieder rückfällig wurde.
"Ich habe Scheiße gebaut"
Andreas Grotz kann an jenem 29. Dezember bedenkenlos losziehen: Für die folgenden beiden Tage hat er sich nicht in den Dienstplan eingetragen. Seine Freundin ist im Urlaub in Ägypten. Er streunt über den Schöneberger Kiez, trifft im Café Rote Beete Kumpels. Sie berichten, Andreas Grotz sei weder betrunken gewesen noch habe er unter Drogeneinfluss gestanden. Um 5.30 Uhr hebt er an einem Bankautomaten am Savignyplatz 500 Euro ab.
Sieben Stunden später, am 30. Dezember gegen 12.30 Uhr, ruft er in seiner Kneipe an. Das obligatorische Seufzen in den Hörer, eigentlich wollte er an jenem Tag Einkäufe erledigen. Die Kellnerin fragt ihn, ob er einen Kater habe. Er habe "Scheiße gebaut" und sei wieder "abgestürzt", stöhnt er in den Hörer. Es ist das letzte Lebenszeichen von Andreas Grotz.
Eine Passantin will ihn am 31. Dezember nach 17 Uhr noch einmal auf der Straße gesehen haben. Das deckt sich mit der Aussage einer Angestellten, die am Silvestertag um 17 Uhr den Laden schließt, am Neujahrstag im Keller jedoch den Wäschekorb findet. Nur sie und Andreas Grotz besitzen einen Kellerschlüssel. Der Chef muss also noch einmal vor seinem Tod in der Kneipe gewesen sein.
Die Polizei habe sie dazu befragt, erzählt die junge Frau. In der Ermittlungsakte aber heißt es, Andreas Grotz sei zwischen seinem letzten Telefonat am 30. Dezember, 12.30 Uhr, und dem Auffindezeitpunkt am 2. Januar gestorben. Seine Handy- und Festnetzverbindungen wurden laut Akte nicht explizit ausgewertet.
War es ein Racheakt?
Demnach wurde auch nicht untersucht, inwieweit der Todesfall mit einer Strafanzeige zusammenhängen könnte. Andreas Grotz war Monate nach seinem erfolgreichen Entzug in eine Bar gestolpert, in der es an der Theke Cocktails gab und im Hinterzimmer reichlich Koks. Wütend über sich selbst, dort schwach geworden zu sein, zeigte Andreas Grotz im Rausch den Inhaber anonym an.
Das Lokal wurde sechs Stunden nach der Anzeige von der Polizei hochgenommen und geschlossen, ebenso der Zweitladen des Inhabers. In der Szene machte schnell die Runde, wer den Barbesitzer verpfiffen hatte.
War Andreas Grotz' Tod also ein Racheakt?
Im Oktober 2009 war ihm das Auto gestohlen, zuvor mehrfach die Reifen zerstochen worden. War das eine erste Warnung gewesen? Bezog sich seine Bemerkung "Ich hab' Scheiße gebaut" am Telefon mit einer seiner Angestellten etwa auf eine mögliche Lebensgefahr?
Laut Ermittlungsakte gab es in der Wohnung keine Hinweise auf Kampfspuren, laut Obduktionsbericht keine Feststellung von Abwehrverletzungen.
Doch wie kann es sein, dass sich ein Mensch erst die Kehle aufschneidet und sich dann ein weiteres Messer ins Herz rammt? Laut Gerichtsmedizinern fügte sich Grotz sechs sogenannte "Probierschnitte" im Halsbereich zu, um sicherzugehen, dass sein Vorhaben funktionieren würde. Können es nicht auch die Anfänge einer angedrohten Ermordung sein? Was hatte es mit dem dritten Messer am Tatort auf sich? "In einem Fall wie diesem kann man eine mögliche Fremdbeibringung nie sicher ausschließen", sagt Bernd Brinkmann, Leiter des Instituts für Forensische Genetik in Münster.
Ermittler haben keine Hinweise auf Fremdverschulden
Dem Obduktionsbericht der Berliner Charité zufolge hatte Andreas Grotz Stunden vor Eintritt des Todes Kokain zu sich genommen. Aus dem Ergebnis der Haaranalyse konnten die Rechtsmediziner feststellen, dass er in den letzten vier Monaten seines Lebens des Öfteren die Droge konsumiert hatte. "Er sollte somit an Kokain gewöhnt gewesen sein, so dass die zum Todeszeitpunkt bei ihm ermittelnden Blutkonzentrationen nicht zu einer Handlungsunfähigkeit geführt haben sollten."
Konnte er sich umbringen? Hätte er sich gegen einen Angriff wehren können?
Laut Ermittlungsakte steckte der Schlüssel von innen, als die Feuerwehr Andreas Grotz' Wohnung aufbrach. Aber war die Tür abgeschlossen? Hätte man sie trotz steckenden Schlüssels von außen aufschließen können? Die Polizei hat dies nicht ermittelt. Ob Fremde über die Balkone klettern und in die Wohnung im zweiten Stock einsteigen können, wurde laut Polizeibericht via Google-Maps recherchiert - aber ebenfalls nicht geklärt.
"Es ist kinderleicht, von außen über die Gitterverstrebungen hochzuklettern", sagt eine Freundin von Andreas Grotz. Auch habe ein Fenster sperrangelweit offen gestanden, als sie im Hinterhof darauf wartete, bis die Feuerwehr die Tür aufgebrochen hat. Laut Polizei seien alle Fenster beim Betreten der Wohnung geschlossen gewesen. Die Nachbarn sagen, auch sie seien nicht befragt worden - weder zu den Gewohnheiten des Opfers noch zum möglichen Tatzeitraum.
Die Staatsanwaltschaft bleibt dabei: Andreas Grotz tötete sich selbst. "Aufgrund der am Fundort und in der übrigen Wohnung des Verstorbenen in einem erheblichen Umfang durchgeführten Ermittlungen haben die dabei gewonnenen Erkenntnisse und die rechtsmedizinischen Befunde eine Selbsttötung nahegelegt", so Staatsanwalt Bernhard Gierse. "Konkrete Hinweise auf ein Fremdverschulden" hätten sich nicht ergeben.
Die Akten bleiben vorerst geschlossen. "Soweit die Eltern des Verstorbenen diese Ergebnisse in Frage stellen und alternative Geschehensabläufe für möglich halten, handelt es sich nach hiesiger Auffassung um reine Spekulationen, die keine Anhaltspunkte für erfolgversprechende (weitere) Ermittlungen enthalten", so Gierse. Dies gelte insbesondere für die Auswertungen von Handy- und Festnetzverbindungen. Zur Wohnungstür gab die Staatsanwaltschaft lediglich bekannt, dass "nach den Feststellungen der Feuerwehr ein Schlüssel von innen in der Wohnung steckte und das Schloss zweitourig ausgeschlossen war".
"Die Ermittlungen waren einseitig, unzureichend, lückenhaft, lustlos"
Der Wiederaufnahmeantrag der Eltern beim Kammergericht blieb ohne Erfolg, derzeit ist noch eine Sachaufsichtsbeschwerde beim Berliner Justizsenat anhängig. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum man isoliert auf das gerichtsmedizinische Gutachten abgestellt und alles weitere völlig ausgeblendet hat", sagt ihr Rechtsanwalt Christian Böse aus Elmshorn. "Die Möglichkeit einer Fremdbeibringung ist angesichts der Gesamtumstände nicht von der Hand zu weisen. Entsprechend hätte hier weiter ermittelt werden müssen."
Zudem habe der Bestatter festgestellt, dass Andreas Grotz einen gebrochenen Kiefer hatte - im Obduktionsbericht wird dies nicht erwähnt. Weder der Computer noch das Handy des Opfers wurden untersucht. Ein Zeuge, der sich freiwillig bei der Polizei per Mail meldete, wurde nicht vernommen.
Gisela und Bernd Grotz haben ihren Sohn am 18. April so bestattet, wie sie es sich für ihren eigenen Tod wünschen: Sie haben seine Asche in Büsum ins Meer streuen lassen. Damals hatten sie noch keine Einsicht in die verheerende Ermittlungsakte zum Tod ihres Sohns. Der fehlende Leichnam wird daher eine erfolgreiche Wiederaufnahme des Falls erschweren.
Wenn der Suizid im Fall Andreas Grotz so eindeutig war, warum hat man dann die Wohnung nicht wie in solchen Fällen üblich nach bereits wenigen Wochen freigegeben?
"Die Ermittlungen waren einseitig, unzureichend, lückenhaft und lustlos", sagt Bernd Grotz. "Da man anhand dieser Ermittlungen die Vorgänge nicht einwandfrei klären konnte, ging man einfach von Selbsttötung aus. Akte zu, Arbeit gespart, Aufklärungsquote stimmt, Ende."
Bernd und Gisela Grotz sind keine Eltern, die die Wahrheit nicht ertragen können, die das Andenken an ihr Kind mit aller Macht erhalten wollen, sich an Scheinbilder klammern. "Uns geht es wirklich um die Wahrheit", sagt Bernd Grotz. Und sie könnten sie aushalten - wenn sie sie wüssten.