Fall Dano: Prozess gegen Ibrahim B. in Bielefeld - DER SPIEGEL
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Mordfall Dano Angeklagter kündigt vor Gericht Erklärung an

Er soll den fünf Jahre alten Dano geschlagen und erdrosselt haben: Vor dem Landgericht Bielefeld hat der Prozess gegen einen 43-Jährigen begonnen. Bei den Zuhörern kam es zu emotionalen Ausbrüchen.
Angeklagter Ibrahim B. mit Anwältin: Prozess vor dem Landgericht Bielefeld
Angeklagter Ibrahim B. mit Anwältin: Prozess vor dem Landgericht Bielefeld

Angeklagter Ibrahim B. mit Anwältin: Prozess vor dem Landgericht Bielefeld

Foto: Ina Fassbender/ dpa
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Bielefeld - Gut sechs Monate nach Tod des fünfjährigen Dano aus Herford hat vor dem Landgericht Bielefeld der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter Ibrahim B. begonnen. Dabei kam es zu emotionalen Szenen: Der Großvater des getöteten Jungen unterbrach, von einem Weinkrampf geschüttelt, die Aussagen eines Polizisten mit lauten Rufen. Der Vorsitzende Richter ermahnte die Zuhörer auf den Besucherplätzen zur Ruhe.

Als es bei der Anhörung von Danos Mutter erneut zu Zwischenrufen kam, forderte der Richter den Großvater und einen weiteren Verwandten zum Verlassen des Gerichtssaals auf. Als Polizisten eingriffen, gab es ein kurzes Handgemenge. Die Verhandlung wurde anschließend ohne die beiden Zuhörer fortgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten, einem früheren Nachbarn von Danos Familie, Mord vor. Er habe den Jungen heftig geprügelt und erdrosselt, damit der Fünfjährige seinen Eltern nicht von körperlichen Übergriffen B.s in dessen Wohnung berichten konnte.

Gegen den 43-Jährigen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover in einem weiteren Fall - wegen des Todes der achtjährigen Jenisa im Jahr 2007. Die Verteidigerin kündigte für den zweiten Prozesstag am 15. Oktober eine Erklärung ihres Mandanten an.

Ein Kriminalbeamter schilderte die Aussagen des Angeklagten nach dessen Festnahme im April. Demnach gab der Verdächtige an, in einer extremen Stress-Situation gestanden zu haben. Mit seiner damaligen Frau hatte er sich überworfen und lebte nur noch allein in der Wohnung, sie hatte ihr Kind mitgenommen.

Der Angeklagte schilderte die Ereignisse laut dem Beamten damals so: Als Dano an der Tür geklingelt und seinen Kumpel nicht vorgefunden habe, sei es zu einer Rangelei gekommen, er habe das Kind geschlagen. Dano habe damit gedroht, seine Eltern zu informieren. Später sei die Situation weiter eskaliert. Der Angeklagte gab an, den Jungen mit Bettzeug erstickt zu haben. Anschließend habe er den leblosen Körper mit Hilfe eines Einkaufswagens in ein nahes Flussgebiet gebracht.

hut/dpa/AFP