Erschossener Austauschschüler Direns Eltern erhalten Entschädigung
Vater Celal Dede (r., Archivbild): Die Eltern bekommen auch die Waffen des Todesschützen
Foto: Lisa Baumann / AP / dpaÜber die Höhe der Zahlungen gibt es keine Angaben. Doch der amerikanische Todesschütze des Hamburger Austauschschülers Diren Dede hat sich offenbar mit der Familie des Opfers auf eine Entschädigungszahlung geeinigt. Das bestätigte US-Anwalt David Paoli, der im Namen von Direns Familie ein Zivilverfahren angestrengt hatte.
Der vor Kurzem in den USA geschlossene außergerichtlich Vergleich sieht außerdem vor, dass der bereits strafrechtlich verurteilte Markus Kaarma alle seine Waffen an die Eltern des erschossenen Teenagers abgibt. Auch wenn es vielleicht nur symbolisch sei, "war es sehr wichtig, diesen Leuten die Waffen wegzunehmen", sagte Paoli mit Blick auf den Täter und dessen Partnerin, die weiter im Haus des Schützen lebt.
Berufungsverfahren läuft
Paoli sagte, er dürfe zur Höhe der Entschädigungszahlungen keine Angaben machen. Sie geht auch nicht aus Gerichtsdokumenten über den Vergleich hervor. Der Anwalt bestätigte lediglich, die Leistungen schlössen Geld aus der Hausrats- und Autoversicherung des Schützen und eine Summe ein, die von der Mutter des Täters gezahlt werde.
Was Direns Familie mit den Waffen von Kaarma tun wird, wisse er nicht, so Paoli weiter. "Wir müssen sie nur sicherstellen, und dann wird die Familie entscheiden, was geschieht."
Zu den Waffen, die an die Eltern gehen, gehört einem Gerichtsdokument zufolge auch die, mit der Kaarma auf Diren schoss. Sie bleibt aber vorerst noch bei der Polizei in Missoula als Beweismittel unter Verschluss. Kaarma hat Berufung gegen das Urteil im Strafrechtsprozess eingelegt. Dieses Verfahren muss zunächst abgeschlossen werden.
Der 17-jährige Diren hatte bei einer Gastfamilie in Missoula im US-Staat Montana gelebt, als er im April 2014 von Kaarma erschossen wurde, in dessen Garage er eingedrungen war. Der Täter berief sich vergeblich darauf, dass es sein Recht sei, sich selbst und sein Eigentum zu verteidigen. Im vergangenen Februar verurteilte ihn ein Gericht in Missoula wegen vorsätzlicher Tötung zu 70 Jahren Haft.
Zusätzlich reichten die Eltern Zivilklage wegen "widerrechtlicher Tötung" und Fahrlässigkeit ein. Dieser Prozess sollte im Dezember beginnen, ist aber nunmehr gestrichen, wie aus einem Dokument des zuständigen Bundesbezirksgerichts in Missoula hervorgeht.