Fall Gsell Zwei Verdächtige in Haft
Nürnberg - Die Justiz beschäftigt sich erneut mit dem Tod des Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell: Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg am Freitag sagte, werde zwei neuen Tatverdächtigen schwerer Raub mit Todesfolge vorgeworfen. Die beiden Männer sitzen demnach bereits seit Anfang Januar beziehungsweise Mitte Februar in Untersuchungshaft. Ihr Alter gab die Staatsanwaltschaft mit Mitte 30 und Anfang 40 an. Einem Bericht der "Nürnberger Nachrichten" zufolge handelt es sich bei den beiden Männern um Rumänen.
Der Fall Gsell ist der Stoff für einen Krimi: 2005 verhandelte das Landgericht Nürnberg-Fürth gegen Mitglieder einer Autoschieberbande wegen versuchten gewerbsmäßigen Betruges und Anstiftung zum Versicherungsbetrug. Sie wurden demnach von Gsell und seiner Frau Tatjana beauftragt, einen Sportwagen im Ausland zu verkaufen. In Deutschland sollte das Auto bei der Versicherung als gestohlen gemeldet werden.
Bei der Übergabe des Schlüssels und der Papiere im Januar 2003 wurde Franz Gsell aber so schwer verletzt, dass er Wochen später starb. Die genauen Umstände liegen immer noch im Dunkeln. Unklar war bisher beispielsweise, wer Gsell so schlimm verletzt hatte.
Die Staatsanwaltschaft verdächtigt die nun inhaftierten Männer. Sie sollen, so die Anklagebehörde, den prominenten Schönheitschirurgen in seinem Haus überfallen, Wertgegenstände gestohlen und ihm die schweren Verletzungen zugefügt haben. Nähere Angaben lehnte die Staatsanwaltschaft mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen ab.
Auch Tatjana Gsell musste sich vor Gericht verantworten. Sie wurde 2004 wegen Vortäuschens einer Straftat und versuchten Versicherungsbetrugs zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten und einer Geldstrafe verurteilt. Eine Mitschuld am Tod ihres Mannes konnte ihr aber nicht nachgewiesen werden. Zum Zeitpunkt des Überfalls war sie in Spanien.