Fall Kampusch: Ermittler schließen die Akten - DER SPIEGEL
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Fall Kampusch Ermittler schließen die Akten

Die Wiener Kriminalpolizei hat die Untersuchung des Entführungsfalls Kampusch abgeschlossen. Wolfgang P. habe keine Komplizen gehabt, fanden die Ermittler heraus. Die Suche nach weiteren Opfern blieb ergebnislos.
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Wien - Drei Monate nach der Flucht der 18-jährigen Natascha Kampusch aus achtjähriger Gefangenschaft bei ihrem Entführer hat die Wiener Kriminalpolizei die Untersuchung des spektakulären Verbrechens nun beendet. Wie ein Polizeisprecher heute im ORF-Radio sagte, wird die Staatsanwaltschaft möglicherweise noch in dieser Woche entscheiden, ob die Akten in diesem sensationellsten Fall der österreichischen Kriminalgeschichte nun endgültig geschlossen werden.

Kampusch war als Zehnjährige auf dem Schulweg von ihrem Entführer, dem Österreicher Wolfgang P., gekidnappt worden. Er hielt sie jahrelang in einem fensterlosen Raum in seiner Garage versteckt, bis sie am 23. August fliehen konnte. Ihr Peiniger beging wenige Stunden später Selbstmord. Der Fall der jungen Frau, die ihr Leiden bereits zwei Mal in Fernsehinterviews geschildert hat, erregte weltweites Aufsehen und Mitgefühl.

Nach den monatelangen Ermittlungen der Kriminalpolizei steht inzwischen fest, dass P. keine Komplizen bei seiner Tat hatte, wie Polizeisprecher Gerhard Lang heute sagte. Nach der Vernehmung von über 200 Zeugen und dem Studium unzähliger Dokumente durch bis zu 50 Ermittler gebe es keinerlei Anhaltspunkte dafür. Dies habe auch die Entführte selbst bestätigt. Unter anderem wurde der Garten des Entführers in Strasshof bei Wien umgegraben und das Haus nach möglichen weiteren Opfern durchsucht.

P. hatte das Mädchen in den Jahren seiner Gefangenschaft mehrfach bei kurzen Ausflügen und Einkäufen mitgenommen, es jedoch mit Tötungsdrohungen derart eingeschüchtert, dass es nicht zu fliehen wagte. Seit ihrer Flucht wird Natascha Kampusch in Wien von einem Expertenteam betreut. Die Hilfe für das Opfer werde auch nach dem Ende der offiziellen Ermittlungen fortgeführt, sagte Lang der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

ffr/dpa