Fall Madeleine: Untersuchungsrichter prüft Ermittlungsakte - DER SPIEGEL
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Fall Madeleine Untersuchungsrichter prüft Ermittlungsakte

Überraschend schnell hat der portugiesische Staatsanwalt die Unterlagen zum Fall Madeleine dem Untersuchungsrichter weitergeleitet. Dieser soll nun unter anderem entscheiden, ob das Beweismaterial ausreicht, um die Eltern der Vierjährigen anzuklagen.
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London - Zehn Tage hat der Richter Zeit, zu entscheiden, wie in dem Fall des verschwundenen kleinen Mädchens vorgegangen wird. Möglich ist auch, dass er weitere Durchsuchungen oder Befragungen anordnet, berichtet die BBC. Er kann auch die Meldeauflagen der McCanns verschärfen. "Dies ist aber nicht zu erwarten", so der Direktor der Kriminalpolizei, Alipio Ribeiro.

Die Eltern Gerry und Kate McCann gelten offiziell als Verdächtige. Wie die Zeitung "Público" berichtete, werfen ihnen die Ermittler keinen Totschlag vor, sondern die Leiche ihrer vierjährigen Tochter verborgen zu haben. Dies gehe aus dem Bericht hervor, den die Kriminalpolizei heute der Staatsanwaltschaft übergab. Die Polizei gehe in dem Papier davon aus, dass Madeleine am 3. Mai zu Tode gekommen sei, dass dies aber ein "Unglücksfall" gewesen sei, schreibt die Zeitung. Das Ärzteehepaar aus Rothley in Mittelengland bestreitet allerdings, mit dem Verschwinden ihrer Tochter etwas zu tun zu haben.

Der Polizeichef hatte gestern betont, die im Mietwagen der McCanns entdeckten Spuren seien nicht eindeutig Madeleine zuzuordnen. "Nach den vorliegenden Laboranalysen kann man nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob das Blut von der Person A oder B stammt." Zuvor hatten britische Zeitungen berichtet, die DNA-Spuren stimmten "zu 100 Prozent" mit den DNA-Werten des vierjährigen Mädchens überein. "Es wäre spekulativ zu behaupten, dass Madeleines Leiche sich in dem Leihwagen befand", sagte hingegen der Polizeichef im staatlichen Fernsehen RTP. Die forensischen Erkenntnisse seien hilfreich, aber nicht von "mathematischer Präzision".

Namentlich nicht genannte Quellen aus dem Umfeld der Polizei berichteten, die Ermittler hätten Haare und "Körperflüssigkeiten" von Madeleine in dem Auto gefunden, kein Blut, wie zuerst angenommen. Es seien so viele Haare, dass sie nicht von der Kleidung der Kleinen gekommen sein könne.

Kate und Gerry McCann hatten den Wagen 25 Tage nach dem Verschwinden ihrer Tochter geliehen. Ein Freund der Familie hatte betont, die DNA-Spuren in dem Auto könnten auch von einer Fahrt stammen, bei der die Eltern Madeleines Sachen von einem Appartement in das nächste gefahren haben.

Das Mädchen war am 3. Mai aus einem Ferienappartement an der Algarve-Küste verschwunden, als die Eltern knapp 100 Meter von der Wohnung entfernt beim Essen waren.

jjc/dpa/AP/AFP