Fall O.J. Simpson Polizei nimmt dritten Verdächtigen fest
Las Vegas - Bereits am Samstag war ein anderer Bekannter Simpsons von der Polizei festgenommen worden. Simpson selbst sitzt seit Sonntag in Untersuchungshaft. Er soll am Donnerstag vergangener Woche gemeinsam mit mehreren Komplizen in ein Hotelzimmer in Las Vegas eingedrungen sein und zwei Sammler von Fan-Artikeln mit vorgehaltener Waffe zur Herausgabe von angeblich gestohlenen Erinnerungsstücken gezwungen haben.
Mehr als zehn Jahre nach seinem Freispruch in einem Aufsehen erregenden Doppelmordprozess droht dem Ex-Footballstar ein neues Gerichtsverfahren. Morgen muss Simpson in Las Vegas vor Gericht erscheinen. Dann könnte gegen ihn Anklage erhoben werden, sagte Richterin Nancy Oesterle. Weitere Anhörungen in dem Fall könnten Anfang Oktober beginnen, so Oesterle. Der zuständige Richter im Bezirk Clark County (Nevada), Doug Smith, hatte Simpsons Freilassung gegen Kaution abgelehnt.
US-Medien strahlten gestern eine Tonbandaufnahme des Zwischenfalls aus. Auf dem Band schreit Simpson die beiden Souvenirhändler an: "Glauben Sie, Sie können meinen Kram klauen und dann verkaufen?" Dieselbe Stimme ruft dann den mutmaßlichen Komplizen zu: "Lasst keinen hier raus!" Es sind weitere nicht identifizierte Stimmen von Männern zu hören, die sich in einem aggressiven Ton an die beiden Händler wenden. Über die Herkunft des Tonbands wurde zunächst nichts bekannt.
Simpson beteuerte in den US-Medien seine Unschuld. Er sagte, er habe lediglich Gegenstände einfordern wollen, die ihm gestohlen worden seien. Er und seine "Golf-Kumpels" sowie einige Freunde von ihnen, die ihn zu dem Casino-Hotel in Las Vegas begleitet hätten, seien nicht bewaffnet gewesen. Die Polizei sucht nach vier mutmaßlichen Komplizen.
Simpson war 1995 in einem umstrittenen Indizienprozess von dem Vorwurf freigesprochen worden, seine frühere Ehefrau Nicole Brown-Simpson und deren Freund Ron Goldman ermordet zu haben. In einem späteren Zivilprozess wurde er allerdings für den Tod der beiden verantwortlich gemacht und zu Entschädigungszahlungen in Höhe von 33,5 Millionen Dollar verurteilt.
jdl/dpa/AFP