Trierer Studentin Dutzende neue Hinweise zum Tod von Tanja Gräff
Hinter diesem Wohnhaus in Trier wurde die Leiche von Tanja Gräff im Mai gefunden
Foto: Harald Tittel/ dpaEin halbes Jahr nach dem Fund der Leiche von Tanja Gräff sind bei der Polizei 81 neue Hinweise eingegangen. Ein Großteil der Hinweise sei bearbeitet worden, sagte ein Polizeisprecher in Trier. Wann die Ermittlungen abgeschlossen würden, sei aber noch unklar. Es liefen noch Vernehmungen.
Das Skelett der jahrelang vermissten Studentin war im Mai unterhalb einer steilen Felswand in Trier-Pallien bei Rodungsarbeiten gefunden worden. Sie hatte im Juni 2007 bei einem Sturz aus 50 Metern Höhe tödliche Verletzungen erlitten. Die Umstände ihres Todes sind weiter unklar. Die Kernfrage bleibt, ob die 21-Jährige verunglückte oder ob sie möglicherweise in den Tod gestoßen wurde.
Experten des Landeskriminalamtes hätten von Gräffs Handy, das am Fundort geborgen wurde, Daten gesichert, sagte Triers Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Zur Relevanz der Daten könne aber erst etwas gesagt werden, wenn sie ausgiebig bewertet und in einer Gesamtschau analysiert worden seien.
Die Auswertung des Handys sei aufgrund der alten Technik und des Gerätezustands aufwendig gewesen, sagte der Polizeisprecher. Eine Sonderkommission der Trierer Polizei ermittelt nach wie vor wegen eines möglichen Tötungsdeliktes. Wenn alle Ergebnisse vorliegen, wollen Polizei und Staatsanwaltschaft darüber informieren.
Die Polizei war in die Kritik geraten, weil es ihr trotz aufwendiger Suche nicht gelungen war, die Leiche von Tanja Gräff zu finden. Die Mutter Waltraud Gräff hatte Ende 2014 schwere Vorwürfe gegen die Ermittler erhoben. So sei der neue Freundeskreis ihrer Tochter aus der Death-Metal-Szene damals nicht ausreichend durchleuchtet worden. Auch seien die Beamten einigen Hinweisen viel zu spät nachgegangen.
Nach dem Verschwinden von Gräff 2007 bei einem Sommerfest der Hochschule Trier waren die Ermittler lange davon ausgegangen, dass die Studentin Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Nach dem Fund der Knochen ist dies nicht mehr sicher: Nach einem rechtsmedizinischen Gutachten ist sie beim Sturz an der Felswand gestorben - an den Knochen fanden sich keine Spuren eines möglichen Täters.