Von Rassenunruhen geplagte US-Stadt Polizist in Ferguson angeschossen
Polizist in Ferguson: Kollege wurde von Unbekannten angeschossen
Foto: AP/dpaFerguson - Auch fast zwei Monate nach dem Tod des jungen Afroamerikaners Michael Brown kommt die US-Kleinstadt Ferguson nicht zur Ruhe: Ein Polizist wurde von einem Unbekannten angeschossen. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Samstagabend.
Laut dem örtlichen Fernsehen wurde der Beamte in den Arm getroffen. In dem Vorort der Großstadt St. Louis im Bundesstaat Missouri hatte es teils gewaltsame Proteste gegeben. Der Vorfall löste eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt aus.
In Ferguson gab es wiederholt nächtliche Zusammenstöße zwischen der Polizei und zumeist jugendlichen Demonstranten. Der Gouverneur des Bundesstaats Missouri berief schließlich sogar die Nationalgarde ein. Die Demonstranten warfen der Polizei vor, unverhältnismäßige Gewalt gegen friedliche Proteste einzusetzen.
Nachdem die örtliche Polizei entmachtet worden war, hatte sich die Lage in Ferguson kurzzeitig beruhigt. Durch ein Feuer an der Gedenkstätte für Brown waren die Proteste dann aber wieder in Gewalt umgeschlagen. Dass nun ein Polizist angeschossen wurde, wird kaum zur Beruhigung der Lage beitragen.
Die Polizei geht aktuell allerdings nicht davon aus, dass Anti-Rassismus-Aktivisten für das Verbrechen verantwortlich sind. Demonstrationen gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt ziehen den Vorort von St. Louis seit Wochen in ihren Bann, seit ein Polizist Anfang August einen schwarzen Jugendlichen erschossen hatte. "Wir haben keinen Grund zu glauben, dass die Schießerei irgendetwas mit den Protesten zu tun haben", sagte Jon Belmar, der Polizeichef des Landkreises St. Louis.
Michael Browns Tod: Ferguson kommt nicht zur Ruhe