Festnahme: Serien-Betrüger spielte BND-Agent - DER SPIEGEL
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Festnahme Serien-Betrüger spielte BND-Agent

Ein mutmaßlicher Trickbetrüger der besonders dreisten Art ist Fahndern ins Netz gegangen. Der Mann hatte sich laut Staatsanwaltschaft bei Banken und Autohäusern fälschlich als BND-Mitarbeiter ausgegeben und Millionen erschwindelt. Sogar die Polizei war auf seine Masche hereingefallen.
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Itzehoe - Der 30-Jährige soll über einen längeren Zeitraum unter anderem Versandhäuser, Ärzte, Rechtsanwälte, Makler und Banken betrogen haben. In mindestens 200 Betrugsfällen entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Der Mann schweige bislang zu den Vorwürfen, sagte der Itzehoer Oberstaatsanwalt Wolfgang Zepter. Es wurde Haftbefehl erlassen.

Angezeigt wurde der Beschuldigte vom Bundesnachrichtendienst (BND). Der Mann hatte sich bei Banken und Autohäusern fälschlich als Mitarbeiter des Geheimdienstes ausgegeben und einen Gehaltsnachweis der Besoldungsgruppe A 16 vorgelegt, den er von einem Kreiswehrersatzamt in Schleswig-Holstein erschwindelt hatte.

Laut Polizei hatte er vorher vertrauliche Briefe an hochrangige Militärs verschickt und solche Schreiben auch wiedererhalten. Dadurch habe er den Eindruck erweckt, er gehöre diesen Kreisen auch tatsächlich an. Die Briefe hatte der Beschuldigte den Ermittlungen zufolge dann beim Kreiswehrersatzamt vorgelegt mit der Behauptung, er sei BND-Mitarbeiter. Auch die Gewerkschaft der Polizei fiel auf den Mann herein und stellte ihm sogar einen Mitgliedsausweis aus.

Mit der Gehaltsmitteilung und gefälschten Kontoauszügen sei er bei Banken vorstellig geworden und habe sich Girokonten mit Überziehungskrediten einrichten lassen, die er auch ausgenutzt habe. Bei Autofirmen bestellte er Luxuswagen, die teilweise mehr als 100.000 Euro kosteten. Bei Investmentfirmen orderte er Wertpapiere in Einzelfällen von bis zu 5,5 Millionen Euro, ohne dafür Einlagen zu leisten.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellten die Ermittler zahlreiche Beweismittel sicher. Nach ersten Schätzungen der Staatsanwaltschaft müssen in mindestens 200 Fällen Ermittlungen geführt werden. Nach Polizeiangaben laufen gegen den mutmaßlichen Täter seit mindestens 2003 verschiedene Ermittlungsverfahren in Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Alle Verfahren sollen nun in Itzehoe bearbeitet werden.

rom/AP/ddp

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