Tote Familie in Florida Sheriff spricht von Ritualmord
Tatort in Pensacola: Dreifachmord stellt Ermittler vor Rätsel
Foto: AP/The Pensacola News JournalEs gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass sich jemand gewaltsam Zutritt zum Haus verschaffte. Es wurde auch nichts gestohlen. Ermittler in Pensacola im US-Bundesstaat Florida stehen vor einem Rätsel: Warum mussten Voncile S., 77, und ihre beiden Söhne Richard, 49, und John, 47, so grausam sterben? Die Opfer wurden mehrfach mit einem Zimmermannshammer geschlagen, ihre Kehlen durchgeschnitten. Dem älteren Sohn wurde zudem ins Ohr geschossen.
Die Familie lebte nach Angaben der Ermittler sehr zurückgezogen, Nachbarn wissen kaum etwas zu berichten. Bislang gibt es in dem Fall keine Festnahmen, noch nicht einmal Verdächtige. Die Polizei hat lediglich eine "Person von Interesse" identifiziert, einen weißen Mann.
Bei einer Pressekonferenz sagte David Morgan, Sheriff im Bezirk Escambia, erste Erkenntnisse ließen auf einen Ritualmord schließen. Die Mordmethode, die Anordnung der Leichen und die Verbindung der "Person von Interesse" zu einer Hexerei-Glaubensgemeinschaft legten dies nahe. Zudem falle die Tat mit dem "Blue Moon" zusammen, einem astronomischen Ereignis, bei dem es innerhalb eines Kalendermonats zweimal Vollmond gibt. Es kommt alle drei Jahre vor.
Der "Blue Moon" war am 31. Juli. An dem Tag wurden die Leichen gefunden. Allerdings gehen Ermittler davon aus, dass die Tat vorher passierte. Nicht nur wegen dieser Ungereimtheit, zu der sich Sheriff Morgan nicht äußern wollte, haben verschiedene Leute an der Version des Sheriffs einiges auszusetzen - auch, weil er in seiner Aussage vieles durcheinanderbrachte.
E.J. OakLore, Anführer einer Hexer-Vereinigung in Fernandina Beach in Florida sagte der "Washington Post" , der Sheriff habe eine Verbindung zwischen der Naturreligion Wicca und Ritualmorden hergestellt. Nichts schade der Glaubensgemeinschaft mehr. Wicca sei eine Religion "friedlicher Menschen, die daran glauben, Gutes in der Welt zu tun".
Ein namentlich nicht genannter Vertreter einer Heiden-Gruppe aus Pensacola sagte der Nachrichtenagentur Associated Press, die Opfer hätten keinerlei Verbindung zu Heiden- oder Hexer-Organisationen in der Gegend gehabt. Die Gewalttat widerspreche zudem jeglichen Überzeugungen der Mitglieder.
"Die gesamte Heiden-Community ist empört über die Worte des Sheriffs", sagte der Mann. "Niemand, dem ich jemals bei uns begegnet bin, würde so etwas tun."