Frankfurt Drogenfahnder handelte mit Drogen
Frankfurt/Main - Der Oberkommissar des Frankfurter Rauschgiftdezernats ist festgenommen worden. Der 43-Jährige werde zudem verdächtigt, bevorstehende Razzien an Dealer verraten zu haben. Hintergrund ist eine Beziehung des ledigen Polizisten zu einer 18 Jahre jüngeren, drogensüchtigen Prostituierten, für die er mindestens 50 Gramm Heroin gekauft haben soll. Der Mann wurde wenig später wieder freigelassen und beurlaubt.
Nach einer Telefonüberwachung hatten im Mai Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft die Wohnung und das Büro des Beschuldigten im Polizeipräsidium durchsuchen lassen. Es werde auch geprüft, ob der Mann selbst Drogen genommen habe, hieß es. Der Polizist und sein Anwalt schweigen zu den Vorwürfen.
Die SPD im hessischen Landtag kritisierte Hessens Innenminister Volker Bouffier wegen dessen Informationspolitik. Er habe die Mitglieder des Innenausschusses nicht informiert. Die Frankfurter Polizei war zuletzt unter anderem wegen rechtsradikaler Beamter in die Schlagzeilen geraten, die den ehemaligen Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, beschützt hatten.
jjc/ddp/dpa