Gefängnisdrama: Häftling zu Tode gequält - DER SPIEGEL
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Gefängnisdrama Häftling zu Tode gequält

Mord hinter Gittern: Drei Insassen der Justizvollzugsanstalt Siegburg stehen unter Verdacht, ihren Zellengenossen gefoltert und getötet zu haben. Wachmänner fanden an der Leiche des 20-Jährigen Spuren schwerer Misshandlungen.
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Siegburg - Es bestehe der Verdacht, dass das Opfer nach massiven Misshandlungen von den drei anderen in der Gemeinschafszelle untergebrachten Gefangenen stranguliert wurde, berichtete ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft. Dies ergaben die Obduktion der Leiche und erste Aussagen der Tatverdächtigen.

Die Leiche des jungen Mannes war am Sonntagmorgen von Justizbediensteten entdeckt worden, teilte ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft heute mit. Zunächst waren die Beamten von einer Selbsttötung ausgegangen. Nachdem am Körper des Getöteten allerdings eindeutige Spuren von Misshandlungen gefunden wurden, ermittelt die Polizei jetzt wegen Mordverdachts. Das Opfer sollte wegen Waffendiebstahls noch eine Freiheitsstrafe bis zum März 2007 verbüßen.

Die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter äußerte sich bestürzt über den Fall. "Den Angehörigen des Getöteten gehört mein Mitgefühl", sagte die Ministerin in Düsseldorf. Die Staatsanwaltschaft Bonn werde den Sachverhalt lückenlos aufklären.

In der JVA Siegburg sind überwiegend jugendliche und heranwachsende Straftäter untergebracht. Die über 100 Jahre alte Einrichtung verfügt über 650 Haftplätze.

jjc/ddp