Prozess gegen Gerd Niebaum Ehemaliger BVB-Präsident legt Geständnis ab
Gerd Niebaum (Anfang Januar): Geständnis im Betrugsprozess
Foto: Bernd Thissen/ dpaDortmund - Gerd Niebaum hat vor dem Dortmunder Landgericht eingeräumt, sich als Testamentsvollstrecker heimlich ein 450.000-Euro-Darlehen aus einem Nachlass gewährt zu haben. Das Geld sei inzwischen aber zurückgezahlt worden. Zudem habe er die Unterschrift eines verstorbenen Schwagers gefälscht, um die Rückzahlung eines 600.000-Euro-Kredits hinauszuzögern.
In einer von Verteidiger Götz Reuker verlesenen Erklärung hieß es: "Herr Niebaum bedauert sein Verhalten sehr." Hintergrund seien finanzielle Schwierigkeiten gewesen, die sich nach dem Ausscheiden als Präsident bei Borussia Dortmund ergeben hätten.
Die Anklage umfasst insgesamt 14 Fälle aus Niebaums Zeit als Rechtsanwalt. Alle liegen in der Zeit nach seiner BVB-Präsidentschaft, die 2004 nach 18 Jahren endete. Insgesamt geht es um rund 1,7 Millionen Euro. Laut Anklage steckte Niebaum zu dieser Zeit finanziell gehörig in der Klemme. Auf rund 16 Millionen Euro beziffert der Staatsanwalt die Verbindlichkeiten. In Verhandlungen mit Banken habe Niebaum einen großen Teil verschwiegen, daher zählt zu den Vorwürfen auch Kreditbetrug.
Mit Niebaums Kanzlei ging es bergab. 2011 erkannte ihm die Rechtsanwaltskammer Hamm die Zulassung ab - wegen "angenommenen Vermögensverfalls". Niebaum wehrte sich juristisch dagegen, vergeblich. 2012 verlor er die Erlaubnis endgültig.
Zu Beginn des Prozesses hatte Niebaum erklärt, momentan keine Einkünfte zu haben und von Ersparnissen seiner Familie zu leben.