Germanwings-Absturz: Hinterbliebene fordern Entschuldigung - DER SPIEGEL
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Germanwings-Absturz Hinterbliebene fordern Entschuldigung von Lufthansa

Hinterbliebene der Opfer des Germanwings-Absturzes kritisieren das Lufthansa-Management. In einem Brief an Konzernchef Spohr fordern sie eine Entschuldigung.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr (Archiv): Brief von Angehörigen der Germanwings-Opfer
Lufthansa-Chef Carsten Spohr (Archiv): Brief von Angehörigen der Germanwings-Opfer

Lufthansa-Chef Carsten Spohr (Archiv): Brief von Angehörigen der Germanwings-Opfer

Foto: Michael Sohn/ AP/dpa
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In einem Brief an Lufthansa-Chef Carsten Spohr erheben die Hinterbliebenen der 18 beim Germanwings-Absturz getöteten Schüler und Lehrerinnen aus Haltern am See schwere Vorwürfe. Das berichtet die "Bild"-Zeitung , der das Schreiben vorliegt. Opferanwalt Elmar Giemulla will den Brief demnach an diesem Dienstag veröffentlichen. Germanwings ist eine Tochtergesellschaft der Lufthansa.

"Wir hatten erwartet, irgendwann in diesen schweren Tagen eine Entschuldigung von der Lufthansa zu hören", heißt es in dem Schreiben. Dafür, dass bei Kontrollen der Aktenvermerk über die Vorerkrankung des Co-Piloten nicht beachtet worden sei. Dafür, dass sich die Lufthansa gegen ein Vier-Augen-Prinzip im Cockpit entschieden habe. "Nichts davon haben wir gehört."

Ein Lufthansa-Sprecher sagte der "Bild", Spohr habe vom ersten Tag an zu seiner Verantwortung für das Unglück gestanden - und sich für das Leid, das die Katastrophe über die Familien gebracht hat, entschuldigt. "Wir würden alles geben, das Unglück ungeschehen zu machen."

"Sie waren für Ihre Kunden da, nicht für uns"

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März in den französischen Alpen kamen alle 150 Menschen an Bord ums Leben, darunter viele Deutsche. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sperrte der Co-Pilot den Flugkapitän aus dem Cockpit aus und brachte die Maschine absichtlich zum Absturz. Der 27-Jährige hatte nach Überzeugung der Ermittler psychische Probleme und Suizidgedanken, die er vor seinem Arbeitgeber verheimlichte.

Ein weiter Vorwurf gegen den Lufthansa-Boss aus dem Brief: "Herr Gauck, Frau Merkel und Frau Kraft haben mit uns gesprochen. Sie nicht. Sie waren für Ihre Kunden da, nicht für uns. Eltern, die Sie persönlich zur Beisetzung ihres Kindes eingeladen haben, bekamen noch nicht einmal eine Antwort von Ihnen."

Das stimme so nicht, sagt der Lufthansa-Sprecher der "Bild". "Herrn Spohr ist kein persönliches Einladungsschreiben für eine Beerdigung zugegangen." Er habe mit vielen Familienmitgliedern persönlich gesprochen, das aber nicht mit jedem einzelnen der mehr als tausend Angehörigen tun können.

Anwalt Giemulla hatte am Wochenende bereits erklärt, Dutzende Hinterbliebene der Katastrophe seien empört über das Schmerzensgeld-Angebot der Lufthansa. Sie lehnten es als "unangemessen" ab.