Geständnis vor Gericht: Mutter warf Kind vom Balkon - DER SPIEGEL
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Geständnis vor Gericht Mutter warf Kind vom Balkon

Verzweiflungstat einer psychisch kranken Frau: Vor dem Landgericht Hagen hat eine 35-Jährige zugegeben, ihr Kind vom Balkon ihrer Wohnung in der zweiten Etage geworfen zu haben. Sie habe sich und das Kind töten wollen, sagte die Mutter.
Die angeklagte Stefanie T. vor Gericht
Die angeklagte Stefanie T. vor Gericht

Die angeklagte Stefanie T. vor Gericht

Foto: ddp
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Hagen - Die 35-Jährige muss sich seit Freitag wegen der versuchten Tötung ihres Kindes vor dem Landgericht Hagen verantworten. Die Angeklagte leidet unter einer psychischen Erkrankung und hatte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sich und ihren einjährigen Sohn im Februar 2009 umbringen wollen. Dabei warf sie den Jungen vom Balkon ihrer Wohnung in der zweiten Etage und sprang hinterher.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers räumte die Angeklagte zum Prozessauftakt die Tat ein. Die Frau habe sich in die Enge gedrängt gefühlt. Eine Betreuerin und eine Mitarbeiterin des Jugendamts hätten Mutter und Kind trennen wollen, damit sich die Angeklagte einer Behandlung unterzieht. Die Frau habe "keinen Ausweg" mehr gesehen und sich und ihr Kind töten wollen.

Das Kleinkind war auf eine mit Steinfliesen ausgelegte Terrasse gefallen und erlitt bis auf einige blaue Flecken keine weiteren Verletzungen. Die Mutter zog sich mehrere Brüche zu.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte aufgrund ihrer Erkrankung im Zustand verminderter Schuldfähigkeit handelte. Derzeit wird die Frau in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt. Wegen der Erkrankung findet die Verhandlung am Landgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am Dienstag verkündet werden.

jjc/ddp