Gestohlene Flick-Leiche Staatsanwaltschaft bricht Ermittlungen ab
Friedrich Karl Flick: "Die Aussichten, dass sich in dieser Causa was tut, sind minimal."
Foto: A3261 Volker Dornberger/ dpaWien - Die Staatsanwaltschaft hat den Fall der gestohlenen Leiche des deutschen Multimilliardärs laut einem Medienbericht vorerst zu den Akten gelegt. "Weil es bisher keinen Täter gibt, wurden die Ermittlungen vorläufig abgebrochen", sagte Staatsanwalt Friedrich Borotschnik in Klagenfurt der Online-Ausgabe des "Kuriers". Erst wenn die Polizei neue Beweismittel oder Erkenntnisse bringe, werde die Akte wieder geöffnet, hieß es weiter.
Flick war am 5. Oktober 2006 im Alter von 79 Jahren gestorben. Der Sarg des Ex-Chefs des Flick-Konzerns war samt der Leiche des Milliardärs im November 2008 von Unbekannten aus einem Mausoleum von einem Friedhof in Österreich gestohlen worden. Seitdem ist er verschollen.
"Wir suchen praktisch die Stecknadel im Heuhaufen. Wenn wir Glück haben, finden wir sie", sagte der Kärntner Landeskriminalamtsbeamte Herbert Rogl nun der Zeitung, schränkte aber ein: "Die Aussichten, dass sich in dieser Causa was tut, sind minimal."
Bereits Anfang Juli hatte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen versuchter Erpressung gegen einen Nürnberger Anwalt eingestellt. Dieser hatte sich zuvor bei der Stiftung der Familie gemeldet und, angeblich im Auftrag eines anonymen Mandanten, über die Rückgabe des Sargs gegen 100.000 Euro Belohnung verhandelt.
Später hatte der Mann dann behauptet, für eine Hellseherin tätig geworden zu sein, die die Leiche des einst reichsten Deutschen mit übersinnlichen Kräften finden wollte. Den Namen der angeblichen Hellseherin wollte er aber nicht verraten.
Der Düsseldorfer Flick-Konzern war bis 1985 die größte deutsche Unternehmensgruppe in Familienbesitz. Der Name Flick war in den achtziger Jahren zum Synonym für einen der größten politischen Skandale in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik geworden. Im Zuge der Flick-Affäre war herausgekommen, dass der Konzern 26 Millionen Mark an Parteien und Politiker gezahlt hatte.