Getötete Kinder Mutter in Psychiatrie eingewiesen
Hamburg - Sie hat gestanden, am ersten Weihnachtstag ihre beiden Söhne Stefan, 2, und Phillipp, 3, erstickt zu haben: Jetzt wurde die 37 Jahre alte Ingrid S. aus Beratzhausen laut Polizei von der Regensburger Justizvollzugsanstalt in das nahe Bezirksklinikum gebracht. Die Frau leidet nach bisherigen Erkenntnissen an Depressionen. In der Untersuchungshaft unternahm sie einen Selbstmordversuch.
Unterdessen erließ ein Richter gegen die 23 Jahre alte Mutter des wohl verhungerten und verdursteten Zweijährigen Haftbefehl. Die Frau aus dem sächsischen Kirchberg habe nach eigenen Angaben am Weihnachtsabend überlegt, einen Arzt zu ihrem Kind zu rufen, sagte ein Polizeisprecher. Aus Angst, dass ihr der Junge weggenommen werde, habe sie dies aber unterlassen.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag konnte ein Notarzt schließlich nur noch den Tod des Kindes feststellen. Gegen die Frau wird wegen des Verdachts des Totschlags durch Unterlassen ermittelt. Auch sie sei psychisch labil und werde zunächst im Haftkrankenhaus Leipzig untergebracht, hieß es.
Die Obduktion ergab, dass der Junge stark untergewichtig und erheblich ausgetrocknet war. Anzeichen äußerer Gewalt waren laut Polizei nicht zu erkennen. Die arbeitslose Frau, die zwei weitere Kinder hat, war gestern festgenommen worden.
Dem Jugendamt zufolge wurde die Frau bis zum Herbst betreut. Eine sechsjährige Tochter - die Behörde hatte ursprünglich von einem Sohn gesprochen - lebt bereits seit geraumer Zeit in einem Heim. Ein vierjähriger Sohn wurde nach dem Tod seines kleinen Bruders ebenfalls in einem Heim untergebracht.
jdl/dpa