Freiburg im Breisgau: Alessios Stiefvater legt Geständnis ab - DER SPIEGEL
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Totgeprügelter Dreijähriger Alessios Stiefvater legt Geständnis ab

Ein 33-jähriger Landwirt hat gestanden, seinen kleinen Stiefsohn getötet zu haben. Sein Verhalten könne er sich nicht erklären, sagte der Mann vor dem Landgericht Freiburg.
Angeklagter Stiefvater: Geständnis zu Prozessbeginn
Angeklagter Stiefvater: Geständnis zu Prozessbeginn

Angeklagter Stiefvater: Geständnis zu Prozessbeginn

Foto: Patrick Seeger/ dpa
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Im Prozess um den qualvollen Tod des kleinen Alessio hat der angeklagte Stiefvater ein Geständnis abgelegt. Er habe dem nackt auf dem Boden liegenden Dreijährigen zwei- bis dreimal mit der Faust in den Bauch geschlagen, sagte der 33-Jährige zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Freiburg.

Alessio starb im Januar 2015 an seinen schweren Verletzungen infolge der Schläge. Der Landwirt sagte, er könne sich sein Verhalten bis heute nicht erklären. Vermutlich habe er aus Angst vor dem Jugendamt und aus Überforderung gehandelt. Kurz nach der Tat hatte der Angeklagte zunächst gesagt, der Junge sei die Treppe herunter gefallen.

Dem Stiefvater werden Totschlag und mehrfache schwere Kindesmisshandlung vorgeworfen. Die Tat ereignete sich auf dem Bauernhof der Familie in Lenzkirch bei Freiburg.

Leibliche Tochter lebt in einer Pflegefamilie

Staatsanwalt Klaus Hoffmann sagte, der Mann habe dem Jungen mindestens vier heftige Schläge in den Bauch gegeben. Der Beschuldigte habe seinen Stiefsohn mindestens eineinhalb Jahre lang regelmäßig misshandelt. Diese Vorwürfe wies der Stiefvater zurück. Auch seine eigene Tocher, die jüngere Halbschwester Alessios, habe er nie geschlagen. Das Mädchen kam inzwischen in eine Pflegefamilie.

In der Kritik steht das Jugendamt. Es ließ den kleinen Jungen allein beim Stiefvater, als die Mutter zur Kur und später in einer Klinik war - dabei hatten Kinderärzte und Staatsanwälte mehrfach vor dem Stiefvater gewarnt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Behördenversagen.

In dem Prozess tritt die Mutter der beiden Kinder als Nebenklägerin auf. Sie hat die Vorwürfe gegen den Angeklagten bei der Polizei bestätigt. Für den Prozess sind zunächst zehn Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte demnach Mitte Oktober fallen.

sms/dpa