Charleston: Mordprozess gegen US-Polizist wegen Tötung von Walter Scott geplatzt - DER SPIEGEL
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Getöteter Afroamerikaner Walter Scott Mordprozess gegen US-Polizist geplatzt

Der Polizist Michael S. tötete den unbewaffneten Schwarzen Walter Scott durch Schüsse in den Rücken. Nun ist der Prozess wegen Mordes ergebnislos zu Ende gegangen: Die Jury konnte sich nicht einigen.
Judy Scott in Charleston
Judy Scott in Charleston

Judy Scott in Charleston

Foto: Mic Smith / AP
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Ein Geschworenengericht in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina hat sich nicht auf die Verurteilung eines Polizisten einigen können, der einem fliehenden Schwarzen fünf Mal in den Rücken geschossen hat. Der Prozess wegen Mordes und Totschlags gegen Michael S. ging ergebnislos zu Ende.

Walter Scott war am 4. April 2015 von S. bei einer Polizeikontrolle erschossen worden. Zunächst hatte S. behauptet, aus Angst um sein Leben geschossen zu haben - Scott habe seine Dienstwaffe und den Elektroschocker an sich reißen wollen. Ein Handyvideo widerlegte dies: Es zeigt, wie der Polizist Schüsse auf den weglaufenden und unbewaffneten Scott abgibt. S. wurde festgenommen und aus dem Polizeidienst entlassen.

Die zwölfköpfige Jury - darunter nur ein Schwarzer - habe sich nach mehrtägigen Beratungen nicht auf ein Urteil einigen können, sagte Kreisrichter Clifton Newman. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, sie werde einen neuen Prozess gegen S. anstrengen. Der 34-Jährige muss sich zudem in einem getrennten Verfahren auch vor einem Bundesgericht verantworten.

Der Fall Walter Scotts reihte sich im vergangenen Jahr in eine Serie tödlicher Polizeischüsse auf Afroamerikaner ein. Wie in anderen Fällen auch war es nach der Veröffentlichung des Handyvideos zu Protesten und Demonstrationen gekommen.

"Ich bin nicht traurig", sagte nun die Mutter des Opfers, Judy Scott. "Ich weiß, dass die Gerechtigkeit siegen wird."

aar/dpa/AFP