Gießen: Postbotin unterschlägt 29.000 Briefe - DER SPIEGEL
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Gießen Postbotin unterschlägt 29.000 Briefe

15 Jahre lang stahl eine Postbotin aus Gießen die Briefe, die sie hätte zustellen sollen. Niemand hielt die Frau auf. Dabei befanden sich unter den entwendeten Sendungen auch tausend Einschreiben.
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Gießen - Die geständige Frau war nach Angaben der Gießener Staatsanwaltschaft offenbar auf Wertsachen und Geldscheine aus, die sie in den Briefsendungen vermutete. Die Höhe des dabei angerichteten Schadens ist unbekannt, wie ein Sprecher der Behörde sagte. Gefunden wurden die Briefe demnach bereits im vergangenen August in der Wohnung der Beschuldigten und in ihrem Spind auf der Arbeitsstelle.

Gegen die Frau wird wegen Verletzung des Post- und Briefgeheimnisses ermittelt. Das Diebesgut stammte nach Angaben der Strafverfolger aus dem Zustellbezirk der Postbotin, aber auch aus Bezirken ihrer Kollegen. Allein 21.000 Briefsendungen soll die im Sommer bei der Post entlassene Frau in den vergangenen fünf Jahren an sich genommen haben. Die vorherigen Taten sind laut Staatsanwaltschaft strafrechtlich verjährt.

Die Deutsche Post will die unterschlagenen Briefsendungen nun nach eigenen Angaben den Adressaten zustellen, versehen mit einem Begleitschreiben. Darin werde sich das Unternehmen "in aller Form" für das Fehlverhalten der Postbotin entschuldigen, sagte der Sprecher der regionalen Post-Pressestelle in Frankfurt am Main, Thomas Kutsch. "Die Täterin hat all den ehrlichen Kollegen keinen Gefallen getan." Seinen Angaben zufolge war die Sicherheitsabteilung des Konzerns der Frau auf die Schliche gekommen.

jdl/AFP