Giftmüllskandal: Experten entsorgen stinkenden Schlick - DER SPIEGEL
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Giftmüllskandal Experten entsorgen stinkenden Schlick

Spezialisten aus Frankreich haben heute damit begonnen, tonnenweise stinkenden Schlick an der Elfenbeinküste zu entsorgen. Der Giftmüll aus den Niederlanden, durch dessen Dämpfe sechs Menschen starben, soll in mehreren Wochen wieder zurück nach Europa kommen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Abidjan – Die Giftstoffe müssen neutralisiert, vom Deponiemüll isoliert und abgepumpt werden, bevor sie wieder nach Europa gebracht werden. Mit Schutzanzügen und Atemmasken gehen die Experten auf mehreren Deponien an die Arbeit.

Ein von einer niederländischen Firma gecharterter Frachter hatte Mitte August 581 Tonnen des hochgiftigen Mülls in das westafrikanische Land gebracht. Seit Ende August suchten in Abidjan, dem Regierungssitz der Republik Elfenbeinküste, rund 15. 000 Menschen den Arzt auf. Sechs Menschen starben, 23 weitere wurden im Krankenhaus behandelt. Nach heftigen Protesten war die ivorische Regierung am 6. September zurückgetreten. Gestern wurde ein neues Kabinett gebildet, das sich jedoch bis auf die Minister für Verkehr und Umwelt wenig von der alten Regierung unterscheidet.

Nach Angaben der Behörden wurden im Zusammenhang mit dem Giftmüllskandal acht Menschen festgenommen. Unter ihnen befinden sich auch die Chefs der Unternehmen, die sich um die Formalitäten im Hafen gekümmert hatten und das Schiff entluden. Das Frachtschif Probo Koala war von der niederländischen Firma Trafigura Beheer BV gechartert worden. Das Gift wurde an mehr als zehn Stellen in Abidjan verteilt. Trafigura beschrieb den Müll als "eine Mischung aus Benzin, Wasser und ätzender Säure".

reh/Reuters/AFP