Grausiger Fund: 30 Taschen voller Babyknochen - DER SPIEGEL
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Grausiger Fund 30 Taschen voller Babyknochen

Die indische Polizei hat im Bundesstaat Orissa einen grausigen Fund gemacht: In einem ausgetrockneten Brunnen nahe einer Privatklinik entdeckten Ermittler 30 Plastiktüten mit Körperteilen neugeborener Babys sowie abgetriebenen Föten.
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Bhubaneshwar - Es handele sich wahrscheinlich um Mädchen, die kurz nach der Geburt getötet oder noch während der Schwangerschaft abgetrieben worden seien, erklärte Chefermittler B.K. Sharma. Der Leiter der Klinik sei festgenommen worden.

Die Polizei habe den Brunnen überprüft, nachdem in der vergangenen Woche sieben weibliche Föten in einem nahe gelegenen Dorf ebenfalls in Plastiktüten entdeckt worden seien.

Viele indische Eltern bevorzugen einen Sohn, weil sie in ihm eher einen späteren Brotverdiener sehen als in einer Tochter. Außerdem fürchten ärmere Familien oft eine hohe Mitgift, die sie bei der Heirat einer Tochter an die Angehörigen des Bräutigams zu zahlen haben. Die Regierung schätzt, dass in den vergangenen 20 Jahren etwa zehn Millionen Mädchen von ihren Eltern kurz nach der Geburt getötet oder noch davor abgetrieben wurden.

Erst kürzlich waren auf dem Gelände einer Entbindungsklinik in Neu-Delhi verbrannte Knochen und Schädel weiblicher Föten entdeckt worden. Die Behörden gehen davon aus, dass die Föten damals nach einem Geschlechtstest gezielt abgetrieben wurden.

Der Betreiber der Klinik soll sich fälschlich als Arzt ausgegeben und mit einem Ultraschallgerät Geschlechtstests durchgeführt haben, schrieben indische Zeitungen. Der zehn Meter tiefe Brunnen war außerhalb des Gebäudes versteckt gelegen und durch ein Rohr mit einer Toilette verbunden. Vermutlich wurden die Föten durch diese Toilette in den Brunnen gespült, teilte die Polizei mit.

jjc/Reuters