Drei Tote, viele Verletzte Amokfahrt in Graz - Täter hatte offenbar psychische Probleme
Schock in Graz: Nach der Amokfahrt war die Innenstadt weiträumig abgesperrt
Foto: Elmar Gubisch/ dpaEin Amokfahrer hat in Graz am Samstagmittag mit einem Geländewagen mindestens drei Menschen getötet. 34 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Dies teilte der Ministerpräsident der Steiermark, Hermann Schützenhöfer (ÖVP), mit.
Bei dem Fahrer des Geländewagens handelt es sich um einen 26-jährigen Österreicher, der festgenommen wurde. Nach offiziellen Angaben waren psychische Probleme der Auslöser für die Tat. Landespolizeidirektor Josef Klamminger schloss einen extremistischen Hintergrund aus. Ersten Erkenntnissen zufolge habe der Mann Anzeichen einer Psychose aufgewiesen.
Offenbar fuhr der Täter den Wagen mit hoher Geschwindigkeit auf einen belebten Platz in der Innenstadt. Augenzeugen sprachen von einer Geschwindigkeit von 100 bis 150 Stundenkilometern. Zahlreiche Fußgänger waren am Samstagmittag unterwegs, viele Menschen saßen auf Stühlen vor Cafés.
Erst mit dem Auto, dann mit dem Messer
Das Fahrzeug raste demnach gezielt in die Menge. Es brach Panik aus, etliche Menschen versuchten, sich in Gebäude zu retten. Der Fahrer soll Augenzeugen zufolge anschließend zudem Fußgänger mit einem Messer angegriffen haben.
Amokfahrt in Graz: Mann rast in Menschenmenge
Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) war zum Zeitpunkt der Amokfahrt auch in der Innenstadt unterwegs und wurde selbst zum Augenzeugen. "Der Lenker ist bewusst gegen Passanten gefahren, ich habe selber gesehen, wie eine Frau niedergefahren wurde", zitierte ihn die "Kleine Zeitung".
Die Innenstadt von Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs, wurde großräumig abgesperrt, Polizisten und Spezialeinheiten hielten Schaulustige vom Tatort fern, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Der Straßenbahnverkehr wurde unterbrochen.
Rund 60 Krankenwagen und vier Hubschrauber waren im Einsatz, aus der gesamten Region wurden Rettungskräfte hinzugezogen. Die Landesregierung richtete einen Krisenstab ein. Für Angehörige und Betroffene wurde eine Telefonhotline eingerichtet.
Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer äußerte sich in einer ersten Reaktion "zutiefst geschockt über die Wahnsinnstat". Der Fußballbundesligist Sturm Graz sagte ein für Samstag angesetztes Testspiel kurzfristig ab. Die Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer und bei den Menschen, die ihnen nahestanden, teilte der Verein mit.