Prozess in Düsseldorf Grillstreit unter Nachbarn eskalierte
Landgericht und Amtsgericht Düsseldorf
Foto: Jan-Philipp Strobel/ dpaEin Nachbarschaftsstreit ums Grillen eskaliert, am Ende gibt es einen Verletzten: In Düsseldorf hat ein Gericht eine Frau vom Vorwurf freigesprochen, ihren Nachbarn an dessen Grill verbrüht zu haben. Laut Anklage hatte sie Wasser auf den Gasgrill der unter ihr wohnenden Familie gegossen.
Eine Bekannte gab der 52-Jährigen vor Gericht jedoch ein Alibi. Sie sei zur Tatzeit mit ihr auf dem Golfplatz gewesen, gab sie zu Protokoll.
Zwar hatte die Amtsrichterin keinen Zweifel, dass das Wasser nur vom Balkon der allein lebenden Angeklagten auf den Grill gekippt worden sein konnte. Dennoch blieben Zweifel an der Täterschaft der Frau. Ob sich jemand anderes in ihrer Wohnung befand, blieb offen. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Monate Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert.
Frau beschwerte sich mehrfach über das Grillen
Er habe Verletzungen an Armen, Beinen und Füßen erlitten, sagte der 55-jährige Nachbar als Zeuge aus. Der Wasserschwall sei genau in dem Moment herabgestürzt, als er die Grillhaube geöffnet habe. Er sei zwei Tage krankgeschrieben gewesen, seine damals sechsjährige Tochter habe heute noch Angst.
Dem Vorfall sei ein Nachbarschaftsstreit vorangegangen. Die im Dachgeschoss lebende Frau habe sich mehrfach bei der Eigentümergemeinschaft über das Grillen ihres Nachbarn beschwert. Allerdings hatte niemand den Täter oder die Täterin bei der Tat gesehen: Er habe nur eine Hand wahrgenommen, berichtete der Mann vom Grill. Als man nachher an die Wohnungstür der Frau getrommelt habe, habe niemand geöffnet.