Familienstreit in Gronau Tödliche Schüsse aus Polizeiwaffe
Spurensicherung in Gronau: Patronenhülse am Tatort
Foto: Roland Weihrauch/ dpaZunächst konnte die Polizei schlichten, doch dann eskalierte die Lage: Ein heftiger Familienstreit hat im münsterländischen Gronau zu tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen 46-Jährigen geführt. Der Beamte hatte am Montag zweimal auf den mit einem Messer bewaffneten Mann geschossen.
Ein ballistisches Gutachten und weitere Zeugenvernehmungen sollen laut Staatsanwaltschaft nun klären, warum der Angreifer sowohl von vorne am Oberarm als auch von hinten in die linke Schulter getroffen worden war. Möglicherweise sei der Mann durch den ersten Treffer in eine Drehbewegung geraten, sagte Oberstaatsanwalt Heribert Beck. Der von hinten in den Oberkörper eingedrungene Schuss habe den Tod verursacht.
Nach ersten Ermittlungen hatte der Mann in der Gronauer Innenstadt so laut und heftig mit seiner Ex-Frau gestritten, dass Passanten die Polizei riefen. Die Beamten schlichteten zunächst den Streit. Freiwillig gab der Mann ein Taschenmesser ab.
Querschläger trifft unbeteiligten Passanten
Eine Stunde später eskalierte der Streit, wieder kam eine Polizeistreife. Der 46-Jährige sei dann mit einem anderen Messer auf einen Cousin und einen Polizeibeamten losgegangen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Münster mit. Aufforderungen des Polizisten, stehenzubleiben, habe er nicht befolgt. Der Beamte habe darauf zweimal geschossen.
Der Streit sei auch nach den Schüssen des Polizisten weitergegangen. Ein ehemaliger Schwiegersohn des Opfers habe gegen den Kopf des auf dem Boden liegenden Mannes getreten. Der zweite Polizist habe die Beleidigungen und Bedrohungen nur mit zwei Warnschüssen in die Luft stoppen können.
Ein unbeteiligter Passant wurde von einem Querschläger leicht verletzt. Eine Kugel streifte einen 17-Jährigen am Schienbein. Er wurde bereits am Abend wieder aus dem Krankenhaus entlassen.