Großrazzia Polizei nimmt Anabolikahändler fest
Berlin - Insgesamt durchsuchte die Polizei fast 30 Objekte in Bielefeld, Gütersloh, Osnabrück, Hannover und Berlin, darunter mehr als 20 Wohnungen sowie zwei Sportstudios in Bielefeld. Dabei seien vier bereits im Vorfeld erlassene Haftbefehle vollstreckt worden. Insgesamt waren 160 Beamte im Einsatz. Allein im Raum Bielefeld wurden eine Schusswaffe, mehrere Kartons mit Anabolika und eine nicht geringe Menge Kokain sichergestellt.
Laut Staatsanwaltschaft wurde auch ein 43 Jahre alter Polizeiangestellter aus Berlin vorläufig festgenommen. Bei ihm entdeckten Beamte umfangreiches Beweismaterial. Ob Haftbefehl erlassen wird, soll morgen geprüft werden, hieß es.
Der mutmaßliche Kopf der Muskelmafia, ein 38-jähriger Grieche, ist selbst aktiver Bodybuilder. Er soll die illegalen Geschäfte mit Unterstützung seiner Ehefrau und Familienangehörigen von Bielefeld aus geführt haben, so die Polizei. Mit den Gewinnen habe er im Ausland regelmäßig neue Ware gekauft, um sie so dem Zugriff der deutschen Strafverfolgungsbehörden zu entziehen.
Seit November 2005 hatte die Berliner Staatsanwaltschaft in diesem Fall ermittelt. Die Fahnder werfen vier mutmaßlichen Haupttätern sowie einer Vielzahl weiterer Tatverdächtiger vor, seit mindestens 2004 innerhalb der nationalen und internationalen Bodybuilder-Szene gewerbsmäßig illegal mit Anabolika und Wachstumshormonen gehandelt und ein strukturiertes Verteilungs- und Vertriebsnetz in Deutschland zum Zweck des Dopings im Sport betrieben zu haben. Die bei falscher Anwendung gesundheitsgefährdenden Medikamente werden in der Bodybuilder-Szene für einen schnellen Muskelaufbau genutzt.
Erst in der vergangenen Woche hatten mehr als 200 Beamte in Berlin, Brandenburg, Niedersachen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein 54 Objekte durchsucht, darunter auch zwei Apotheken in der Hauptstadt. Seitdem sitzen acht Personen in Untersuchungshaft.
aki/dpa/AFP/ddp