Haftstrafen: Skinheads traten Mann fast zu Tode - DER SPIEGEL
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Haftstrafen Skinheads traten Mann fast zu Tode

Er hatte schlafend auf einer Bank gelegen, als ihn zwei Skinheads überfielen und brutal attackierten. Grundlos traten sie den 19-Jährigen fast zu Tode. Ein österreichisches Gericht verurteilte die beiden zu langjährigen Haftstrafen. Ihr Opfer wird wahrscheinlich ein Pflegefall bleiben.
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Feldkirch - Der Überfall ereignete sich im August 2006 im bayerischen Lindau. Die beiden 24 und 21 Jahre alten Männer hatten den damals 19-Jährigen in den frühen Morgenstunden auf einer Bank schlafend und mit Daumen im Mund vor einem Schnellrestaurant angetroffen. Sie griffen ihn an und traten ihm mindestens 20 Mal mit ihren Stiefeln gegen den Kopf.

"Wir traten so lange auf ihn ein, bis der Kopf nur mehr ein blutiges Bündel war", sagte einer der beiden Täter vor Gericht aus. Erst als eine Frau in einem benachbarten Haus auf den Zwischenfall aufmerksam wurde, flüchteten sie. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA lag das Opfer nach dem Überfall zweieinhalb Monate lang im Wachkoma.

Ein Gericht im österreichischen Feldkirch hat die zwei Skinheads heute zu neun beziehungsweise acht Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Aussagen des Gerichtspsychiaters war die Zurechnungsfähigkeit der Täter zwar durch Alkohol eingeschränkt, sie seien jedoch straffähig.

Die Täter hatten ihr Opfer derart brutal zusammengeschlagen, dass der Mann voraussichtlich den Rest seines Lebens ein Pflegefall bleiben wird. Nach einem vor Gericht verlesenen Gutachten wird er mit Sicherheit nie mehr seinem Beruf nachgehen können. Auch im Alltagsleben werde er auf Hilfe angewiesen sein. Dem Opfer wurden 100.000 Euro Schmerzensgeld, seinen Eltern und einer Schwester je 10.000 Euro zugesprochen.

jjc/dpa