Hamburg: "20-Cent-Prozess" wird erneut vertagt - DER SPIEGEL
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Hamburg "20-Cent-Prozess" wird erneut vertagt

Zwei Jugendliche sollen einen Mann zu Tode geprügelt haben, weil er sich geweigert hatte, ihnen 20 Cent zu geben. Der Prozess gegen das Duo wurde bereits am ersten Verhandlungstag abgebrochen - und jetzt schon zum zweiten Mal vertagt.
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Hamburg - Die Neuauflage des "20-Cent-Prozesses" nahm ein schnelles Ende: Das Verfahren gegen zwei Jugendliche, die einen Dachdecker wegen dieser geringen Summe zu Tode geprügelt haben sollen, muss bereits zum zweiten Mal vertagt werden.

Der Grund: Einer der beiden 17-jährigen Angeklagten ist nach Aussage seines Anwalts erkrankt. Die Verhandlung vor dem Hamburger Landgericht musste deshalb am Dienstag bereits nach der Verlesung der Anklageschrift beendet werden.

Die damals 16- und 17-jährigen Jugendlichen sollen im Juni 2009 einen 44-Jährigen um 20 Cent angebettelt haben - vermutlich, um gezielt eine Auseinandersetzung zu provozieren. Der Mann habe ihnen das Geld verweigert und sei daraufhin von den Jungen mit Schlägen und Tritten traktiert worden, so die Staatsanwaltschaft. Knapp vier Wochen später erlag der Dachdecker seinen schweren Kopfverletzungen.

Abbruch wegen Aschewolke

Der Prozess begann bereits zum zweiten Mal. Die erste Verhandlung musste im April abgebrochen werden, weil eine Richterin wegen der isländischen Vulkanaschewolke in Spanien festsaß.

Die Verhandlung soll am 2. Juni fortgesetzt werden - wie bereits bei dem ersten Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Staatsanwalt klagt die Jugendlichen wegen Körperverletzung mit Todesfolge und versuchten Totschlags an. Ihnen droht nach Jugendstrafrecht eine Höchststrafe von zehn Jahren, es sind Gerichtstermine bis Ende Juni angesetzt.

Die Angeklagten konnten zum erneuten Prozessbeginn auf freiem Fuß erscheinen: Der Haftbefehl gegen sie wurde vergangene Woche vom Hanseatischen Oberlandesgericht aufgehoben, weil die Jugendlichen bereits länger als sechs Monate in Untersuchungshaft saßen. Die Entlassung der Angeklagten war bei den Angehörigen des Opfers und in der Öffentlichkeit auf Unverständnis gestoßen.

tro/dpa

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