Hamburg: Einbetoniert in der Abstellkammer - DER SPIEGEL
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Hamburg: Leiche in Restaurant einbetoniert

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Hamburger Kriminalfall Einbetoniert in der Abstellkammer

Zum letzten Mal wurde Ercan D. im Hamburger Restaurant Casa Alfredo lebend gesehen. Sechs Wochen später entdeckten Ermittler seine Leiche - einbetoniert in dem Lokal. Nun hat der Koch die Tat gestanden.
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An einer Straßenlaterne im Hamburger Stadtteil St. Georg hängt noch das Suchplakat: "Cincin wird vermisst seit dem 30. 09. 2015. Wir bitten um Ihre Mithilfe." Nun hat die Polizei Hamburg bestätigt: Ercan D., Spitzname Cincin, ist tot. Seine Leiche wurde einbetoniert im Boden eines Restaurants entdeckt - nur wenige Meter vom Plakat entfernt.

Eine Leiche, einbetoniert in einem gut besuchten mediterranen Restaurant; der Koch als Hauptverdächtiger - die Details des Falls klingen wie Szenen aus einem Mafiafilm.

Am 30. September wird der Hamburger Ercan D. als vermisst gemeldet. Angehörige drucken Suchplakate, bitten um Hinweise zum Verbleib des 49-Jährigen. D. ist der Polizei bekannt, wegen Verdachts auf räuberische Erpressung saß er in Untersuchungshaft. Im Zuge der Ermittlungen verdichten sich die Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Die Mordkommission übernimmt.

Hinweise der Angehörigen von D. führen die Ermittler nach St. Georg. Im portugiesischen Restaurant Casa Alfredo wurde er am 27. September zum letzten Mal gesehen. Die Ermittler erwirken einen Durchsuchungsbeschluss.

Im Restaurant schlagen Leichen- und Blutspürhunde an

Am Mittwoch dann der Großeinsatz im Schatten der Dreieinigkeitskirche: Leichen- und Blutspürhunde schlagen im Restaurant an. Die Ermittler stemmen den Boden einer Abstellkammer auf, tragen den Beton ab - und finden die Leiche eines Mannes. In der Rechtsmedizin wurde er nun als Ercan D. identifiziert.

Alfredo S., Namenspatron des Restaurants, wurde noch am Mittwoch festgenommen. Laut Polizei hat der 51-Jährige die Tat gestanden. Die Hintergründe des Falles sind noch unklar, ein Motiv ebenso, teilt die Polizei mit.

Als die Ermittler am Mittwoch anrückten, glaubte Anwohnerin Barbara Stepke zunächst, Alfredo S. selbst sei etwas passiert. Von ihrer Wohnung aus blickt die 84-Jährige direkt auf das Restaurant. Alfredo S. kenne sie seit Jahren, sagt sie. Wie viele andere Nachbarn habe sie gern bei ihm gegessen.

Seit 2011 bekocht S. im Souterrain eines Altbaus seine Gäste. Freunden habe der Portugiese nachts gern einfach die Bar überlassen, damit sie nach dem Hauptbetrieb in Ruhe weiter trinken konnten. Er selbst habe oft noch bis spät in die Nacht gearbeitet. In den vergangenen Tagen sei Alfredo S. bedrückt gewesen, sagt die Nachbarin. "Aber für ihn hätte ich meine Hand ins Feuer gelegt."

"Er war sehr fleißig, kontaktfreudig, nie schlecht gelaunt." S., der den Betrieb im Restaurant als Koch und Kellner allein bewältigte, sei sehr beliebt gewesen. "Das Lokal war jeden Abend voll, das Geschäft lief gut."

Nun ist Casa Alfredo geschlossen. Neben dem Eingang steht Gerümpel, einige Fenster sind abgedeckt. Vor der Tür liegt eine Visitenkarte des Lokals im Dreck. Barbara Stepke will sich ein anderes Restaurant in der Nachbarschaft suchen. Alfredo S. soll im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden.

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