Hamburg: Schlag gegen Albaner-Clan - DER SPIEGEL
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Hamburg Schlag gegen Albaner-Clan

Eine Albaner-Familie brachte es in kürzester Zeit zu immensem Reichtum in Hamburg. Jetzt ging die Polizei unter anderem wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung gegen die Osmanis vor. Sogar ein Politiker ist schon über seine Verbindungen zu dem Clan gestürzt.
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Hamburg - Vor wenigen Monaten musste der ehemalige Bausenator Mario Mettbach sein Amt als Logistikbeauftragter des Senats niederlegen, weil er Kontakte zu der Familie Osmani unterhalten hatte. Daraufhin warf die SPD der Landesregierung zu große Nähe zu den Osmanis vor. Die CDU wies das empört zurück.

Mit einer massiven Durchsuchungsaktion ist die Hamburger Polizei heute gegen Mitglieder der albanischstämmigen Hamburger Investorenfamilie vorgegangen. Wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung wurden von mehr als 200 Polizisten insgesamt 60 Durchsuchungsbeschlüsse quer durch Deutschland vollstreckt, wie die Behörden mitteilten.

Mitglieder der Osmani-Familie trafen in den neunziger Jahren in Hamburg ein und kamen innerhalb weniger Jahre zu großem Reichtum. Sie werden mit zahlreichen Immobilien vor allem im Rotlichtstadtteil St. Pauli in Zusammenhang gebracht.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, ermitteln die Behörden seit einem Jahr gegen den 42-jährigen Immobilienkaufmann Burim Osmani und einen weiteren Beschuldigten. Es gehe um den Verdacht der Untreue, Verletzung der Buchführungspflicht und Unterlassung der Insolvenzantragstellung.

Dabei sollen Burim Osmani und ein 37-jähriger Deutscher als Geschäftsführer einer Hamburger Immobilienverwaltungsgesellschaft Gelder dieser Gesellschaft in Höhe von rund 400.000 Euro von einem Geschäftskonto auf ein Privatkonto transferiert und die Geschäftsunterlagen beiseitegeschafft haben.

Schon im Mai wurde bei einer früheren Durchsuchung ein Haftbefehl des Amtsgerichts Würzburg gegen Burim Osmani vollstreckt - er sitzt seitdem in Haft. In Würzburg läuft außerdem ein Ermittlungsverfahren wegen schweren Betruges gegen ihn.

Nach den Durchsuchungen im Mai wurden laut Staatsanwaltschaft weitere Verfahren eingeleitet, unter anderem wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften.

Die Ermittlungen richten sich gegen Osmani, seinen 39 Jahre alten Bruder und vier deutsche Geschäftsleute. Die Durchsuchungen trafen auch Personen, die im Verdacht stehen, als Strohleute für die kriminelle Vereinigung Kredite aufgenommen zu haben.

jto/AP