Hamburg: Spaziergänger findet Frauenkopf in Kanal - DER SPIEGEL
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Leichenfund in Hamburg Spaziergänger findet Frauenkopf in Kanal

Immer wieder tauchten Leichenteile auf, jetzt wurde ein Kopf gefunden: In Hamburg haben Polizisten das abgetrennte Haupt einer Frau geborgen. Die Spuren führen ins Rotlichtmilieu.
Polizeitaucher im Einsatz
Polizeitaucher im Einsatz

Polizeitaucher im Einsatz

Foto: Daniel Reinhardt/ dpa
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Ein Fußgänger hat in einem Kanal in Hamburg den Kopf einer Frau entdeckt. Polizeitaucher bargen das Haupt am frühen Nachmittag aus dem Billekanal, wie ein Sprecher sagte. Es sei sicher, dass es sich um einen menschlichen und einen weiblichen Kopf handle.

Seit Anfang August waren in Hamburger Gewässern mehrere Leichenteile entdeckt worden. Im Stadtteil Rissen am Leuchtfeuerstieg fand ein Spaziergänger vor knapp zwei Wochen ein Leichenteil. Im Tiefstackkanal wurde am 7. August schließlich ein menschlicher Torso gefunden. Die Polizei vermutet, der Täter könnte den Körper zerstückelt und über die Gewässer der Stadt verteilt haben. Insgesamt sind laut Nachrichtenagentur dpa bisher elf Leichenteile aufgetaucht - teils mehrere Kilometer voneinander entfernt.

Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die gefundenen Körperteile die einer 48-jährigen Prostituierten sind, die seit dem 1. August vermisst wird. Ob der Kopf der der Frau aus Äquatorialguinea ist, bleibt laut Polizei aber noch zu ermitteln.

Welche Körperteile im Einzelnen bisher gefunden wurden, will die Polizei nicht sagen. "Das ist absolutes Täterwissen, wo hat er welche Teile abgelegt", sagte eine Polizeisprecherin. Auch ob die Körperstücke eingepackt waren, wollen die Ermittler nicht sagen. Sie suchen nach Zeugen. Ein weißes Fahrzeug spiele eine Rolle, heißt es.

Das mutmaßliche Todesopfer habe Kinder und eine Zeit lang in Spanien gewohnt. Dort leben noch Angehörige, die inzwischen in der Hansestadt vernommen wurden. Zuletzt soll sie im Stadtteil St. Georg angeschafft haben.

Die Prostituierten in dem Stadtteil sind laut der Fachberatungsstelle des Diakonie-Hilfswerks für die Frauen verunsichert. "Diese Tat geht den Sexarbeiterinnen auch deshalb unheimlich nahe, weil sie unter ähnlichen Bedingungen in der gleichen Gegend wie das Opfer arbeiten", sagte Projektleiterin Julia Buntenbach-Henke.

Es habe Kontakt zwischen der Beratungsstelle und der Polizei gegeben. "Wir haben die Frauen in Gesprächen gewarnt", sagte Buntenbach-Henke. Dabei hätten sie auch den weißen Wagen erwähnt. "Es ist so, dass einige Frauen auch in den Autos anschaffen, da kann man ja nachvollziehen, dass dieser Fall Angst macht."

Die Polizei prüft derweil, ob es Parallelen zu anderen Verbrechen gibt. "Sogenannte Profiler schauen jetzt deutschlandweit und auch über die Grenzen hinweg, ob es ähnliche oder vergleichbare Fälle gibt", sagte die Polizeisprecherin. Sie versuchten zu ergründen, was für ein Typ der Täter sei. "Wir arbeiten mit Hochdruck."

apr/dpa