Hamburger Terroralarm Peinlicher Irrtum?
Hamburg - Jetzt wollen die irrtümlich Verdächtigten ihre "angegriffene Ehre" wiederherstellen. In der Online-Ausgabe des Magazins "Stern" kündigte der Anwalt der aus dem Kaukasus stammenden Männer, Jens Niedrig, heute juristische Schritte gegen den "Tippgeber" an. "Wir sehen dem Ganzen gelassen entgegen", sagte dazu der Leiter der Hamburger Polizeipressestelle, Ralf Meyer. Gegenüber "stern.de" blieb die Polizei bei ihrer Darstellung, die Verdächtigen sprächen Arabisch, "nicht fließend, aber bruchstückhaft".
Der Einsatz von mehr als tausend Polizisten in der Vorwoche war ausgelöst worden, nachdem ein angeblich auf Hocharabisch geführtes Gespräch der drei Männer an einer Bushaltestelle, das auf einen geplanten Anschlag schließen ließ, belauscht worden war. Einer der Verdächtigen wurde später festgenommen, die beiden anderen stellten sich freiwillig. Die Vernehmungen ergaben keine Anhaltspunkte für möglicherweise geplante Straftaten.
Niedrig erklärte, seine Mandanten seien des Arabischen gar nicht mächtig. Bei den Männern im Alter von 21 bis 25 Jahren handele es sich zudem nicht, wie bisher angenommen, um Tschetschenen, sondern um Inguschen. Die Männer hätten lange in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny gelebt und sprächen untereinander Tschetschenisch und Russisch.