Übergriff in Hotelzimmer Schauspielerin verklagt Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung
Produzent Harvey Weinstein
Foto: imago/ MatrixEine namentlich nicht genannte Schauspielerin hat Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung verklagt. Der Filmproduzent habe sie im vergangenen Jahr in seinem Hotelzimmer im kalifornischen Beverly Hills vergewaltigt, heißt es in der Klageschrift, über die das Magazin "Variety" berichtet . Die Frau verlangt Schadensersatz- und Entschädigungszahlungen in nicht bezifferter Höhe.
Der Name der Schauspielerin wird in dem Dokument nicht genannt. Sie wird lediglich als "Jane Doe" bezeichnet - dies ist die bei den US-Justizbehörden übliche Bezeichnung für Frauen, die anonym bleiben sollen.
Die Klage richtet sich sowohl gegen Weinstein selbst als auch gegen dessen frühere Firma Weinstein Company. Das Unternehmen hatte ihn Anfang Oktober nach den ersten Anschuldigungen entlassen. Später zog der 65-Jährige sich dann auch aus dem Aufsichtsrat der Filmproduktionsfirma zurück.
Die Schauspielerin berichtet den Angaben zufolge, dass Weinstein sie gegen Ende 2015 in sein Zimmer im "Montage Hotel" in Beverly Hills eingeladen habe, um ihre mögliche Besetzung für die Serie "Marco Polo" zu diskutieren. Der Produzent habe ihr dann gesagt, dass er vor ihr masturbieren wolle. Er packte die Frau laut "Variety" am Handgelenk und befriedigte sich mit der anderen Hand selbst.
Vorwürfe gegen Medienmogul: Die Akte Weinstein
Im Frühjahr des folgenden Jahres sei sie dann erneut von Weinstein kontaktiert worden, der getan habe, als wäre nichts gewesen, heißt es weiter in dem Gerichtsdokument. Der Produzent habe bei ihr den Eindruck erweckt, dass sie die Rolle in "Marco Polo" bekommen habe. Er habe sie erneut in sein Zimmer im "Montage Hotel" eingeladen, um dies zu feiern.
Während des Treffen habe sich Weinstein dann kurz zurückgezogen und sei im Bademantel zurückgekehrt, berichtet die Frau laut dem Artikel. Obwohl sie ihm gesagt habe, dass sie keinen Sex wolle, habe er sie ins Schlafzimmer gezerrt und dort vergewaltigt. Sobald sie sich habe losmachen können, sei sie aus dem Zimmer geflüchtet.
Weinstein wies auch diese neuen Anschuldigungen kategorisch zurück. Der Ex-Produzent sei der Auffassung, dass all diese sexuellen Kontakte im gegenseitigen "Einvernehmen" stattgefunden hätten, sagte ein Weinstein-Vertreter demnach. Etliche Frauen haben Vorwürfe gegen den Filmemacher erhoben, die von sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigung reichen.