Herxheim: "Hitler-Glocke" darf hängen bleiben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Herxheim "Hitler-Glocke" darf hängen bleiben

Ein Mann ist mit Klagen zu der sogenannten Hitler-Glocke in Herxheim gescheitert. Der Beschluss, die Glocke als "Mahnmal" hängen zu lassen, sei rechtens.
"Hitler-Glocke" in Herxheim
"Hitler-Glocke" in Herxheim

"Hitler-Glocke" in Herxheim

Foto: Uwe Anspach/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die sogenannte Hitler-Glocke im rheinland-pfälzischen Herxheim am Berg darf im Turm der evangelischen Jakobs-Kirche hängenbleiben. Eine entsprechende Klage hat das Verwaltungsgericht in Neustadt abgewiesen.

Ein Mann jüdischen Glaubens hatte darauf geklagt, einen Beschluss des Gemeinderats als rechtswidrig einzustufen und aufzuheben. Dieser hatte beschlossen, die Glocke "als Anstoß zur Versöhnung und Mahnmal gegen Gewalt und Unrecht weiterhin hängen zu lassen". Nach Einschätzung des Gerichts erfolgte die Entscheidung aber "rechtmäßig in geheimer Abstimmung". Sie sei als Meinungsäußerung hinzunehmen, zumal die Geschichte der Glocke durch eine Mahntafel erläutert werden solle.

Abgewiesen wurde zudem der Antrag des Klägers, dem Bürgermeister die Äußerung zu verbieten, das Läuten der Glocke "dient der Versöhnung mit den Opfern der Nazizeit". Es handele sich um eine Meinungsäußerung und nicht um eine Tatsachenbehauptung.

Die Glocke hängt seit dem Jahr 1934 in dem Turm. Sie ist mit einem Hakenkreuz und der Aufschrift "Alles fuer's Vaterland - Adolf Hitler" versehen. Die Entscheidungen des Gerichts sind bislang nicht rechtskräftig, weil gegen die Urteile Berufung beantragt werden kann.

Nicht nur in Herxheim gibt es immer noch Glocken mit NS-Bezug. Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema lesen Sie hier.

bbr/dpa