Hubschrauber-Coup: Millionenbeute bleibt verschwunden - DER SPIEGEL
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Filmreifer Raub: Sie flogen, klauten und verschwanden

Foto: POLICE HANDOUT/ AFP

Hubschrauber-Coup Millionenbeute bleibt verschwunden

Es war ein Raubzug à la Hollywood: In Stockholm sind zehn Männer angeklagt, weil sie mit einem Hubschrauber ein Gelddepot überfallen haben sollen. Von den erbeuteten vier Millionen Euro fehlt jede Spur - und von einigen Drahtziehern auch.
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Stockholm - Die Gangster landeten mit einem gestohlenen Hubschrauber auf dem Dach eines Bargelddepots, drei schwer bewaffnete Männer seilten sich durch das verglaste Pyramidendach ins Innere ab. Sie nahmen 21 Wachleute als Geiseln und sprengten sich den Weg frei. Ihre Beute hievte der Hubschrauberpilot hoch, während die Polizei tatenlos zusehen musste. Die Räuber tricksten die Beamten mit einer Bombenattrappe aus und erschwerten die Verfolgung mit reifenzerfetzenden "Krähenfüßen" auf Ausfallstraßen.

Zehn Monate nach diesem spektakulären Coup vom 23. September 2009 auf das Depot eines auf Geldtransporte spezialisierten Unternehmens in Stockholm wurde jetzt Anklage gegen zehn mutmaßliche Bandenmitglieder erhoben.

Staatsanwalt Leif Görts wirkte am Montag aber nicht wie ein siegessicherer Ankläger, als er bisher unbekannte Details verkündete: Lediglich zehn mutmaßliche Täter stehen ab dem 2. August vor Gericht, zehn weitere Verdächtige sind auf freiem Fuß. Die wahrscheinlichen Drahtzieher aus Serbien sowie zwei der drei Männer, die in die Geldzentrale eingedrungen waren, sind wie vom Erdboden verschwunden.

Auch die Beute ist bis heute unauffindbar. "Wo das Geld geblieben ist, wissen wir nicht", so Görts. Die Angeklagten hielten dicht. Umgerechnet 4,1 Millionen Euro (39,1 Millionen Kronen) wurden geraubt, als der Pilot vor den Augen der Polizisten zur Flucht abhob, ohne dass er in der Luft verfolgt werden konnte. Der einzige Polizeihelikopter war durch eine Bombenattrappe "unschädlich" gemacht worden.

Umso dümmer von dem mutmaßlichen Piloten, dass er nach der Landung des Hubschraubers, in ein nahe gelegenes McDonald's-Restaurant ging. Das Video der Überwachungskamera zeigte, wie er seelenruhig einen Hamburger bestellte.

Besonders ärgerlich für die Behörden: Die serbische Polizei hatte ihren schwedischen Kollegen schon Wochen vor dem Raub ziemlich klare Hinweise auf die Pläne gegeben. Seltsamerweise wurden aber alle vorbeugenden Maßnahmen kurz vor dem entscheidenden Datum wieder abgesagt.

siu/dpa