Hundertfacher Vater "Superpapa" festgenommen
Asuncion - Urkundenfälschung und Verstoß gegen das Adoptionsrecht - so lauten die Vorwürfe gegen einen 56-jährigen Deutschen, den in südamerikanischen Medien titulierten "Superpapa". Im Juli war der Mann deshalb in Paraguay - wo er sich zu diesem Zeitpunkt aufhielt - von einem Richter unter Hausarrest gestellt worden. Der hundertfache Pseudo-Vater flüchtete allerdings aus seiner Wohnung und wurde nun am Montag rund 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Asuncion festgenommen.
Der 56-Jährige hatte für mehrere hundert Kinder in Entwicklungsländern die Vaterschaft übernommen. Das Ziel: Die Kinder sollten auf diese Weise von deutschen Sozialleistungen profitieren. In einem Interview mit einer spanischen Zeitung bezeichnete der Mann sein Vorgehen als "heilige Mission", damit die Kinder später in Deutschland in den Genuss einer guten Erziehung und Beschäftigung kämen.
Mit der ungewöhnlichen Aktion wollte sich der "Superpapa" nach eigenen Angaben am deutschen Staat rächen. Denn in Deutschland war er wegen seiner Tätigkeit als Rechtsberater ohne die nötige juristische Ausbildung mit der Justiz in Konflikt geraten. In Paraguay gelang es dem Deutschen den paraguayischen Ermittlern zufolge, die Vaterschaft von 30 Kindern registrieren zu lassen. Inwiefern Geld dafür floss, sei unklar. Insgesamt soll der Mann in sieben Entwicklungsländern versucht haben, sich als Vater hunderter Kinder eintragen zu lassen.
fok/Reuters/