Demontage der Macht: Der Sturz der Saddam-Statue
Illegale Kunst Wegen Saddams Hintern festgenommen
Derbyshire - Stolz posiert Nigel "Spud" Ely neben einem Bronze-Klumpen. Er kann nicht verstehen, dass dessen Besitz strafbar sein soll. Dennoch haben Detektive in der britischen Grafschaft Derbyshire den 66-Jährigen wegen des Verdachts auf illegalen Kunstexport festgenommen, wie die Zeitung " The Guardian" berichtet.
Es ist auch nicht irgendein Stück Statue: Das Metall-Teil soll zum Hintern der Saddam-Bronze gehören, die am 9. April 2003 von US-Soldaten demontiert und damit zu einem Symbol für den Sturz des Saddam-Regimes wurde.
Ely wird vorgeworfen, gegen das Exportverbot irakischer Kulturgüter verstoßen zu haben. Der Besitz des Hinterteils der Statue wäre damit illegal. Die Polizei sagte laut Nachrichtenagentur AP, der Verdächtige sei vorerst gegen Kaution freigelassen worden, er werde aber noch weiter zu dem Fall befragt.
"Es ist, als hätte man ein Stück Berliner Mauer"
Den Ex-Soldaten treibe laut "Guardian" dennoch die Frage um, warum der Besitz des Bronze-Hinterns unrechtmäßig sein soll. "Wie kann er als Kulturgut klassifiziert werden, wenn er vom größten Tyrannen seit Attila, dem Hunnen, errichtet wurde?"
Ely glaubt, dass irakische Amtsträger die Rückführung des Kriegsrelikts forderten, als sie durch die Medien von dessen Wert erfahren hätten. "Der Preis dieses Stücks wurde bei einer unabhängigen Schätzung auf 250.000 Pfund (knapp 300.000 Euro) beziffert, und ich denke, das ist es, warum die Iraker es haben wollen," so Ely. Das Bronze-Relikt hätten ihm "amerikanische Marine-Soldaten gegeben", sagte er der Zeitung zufolge weiter . "Es ist, als hätte man ein Stück Berliner Mauer, es ist Teil der Geschichte - aber kein Kulturgut."
Im Oktober 2011 hatte das britische Auktionshaus Hansons Auctioneers erfolglos versucht, den Metall-Hintern des früheren irakischen Diktators zu versteigern, der angeblich von der gestürzten Saddam-Statue abgemeißelt worden sein soll. Das Auktionshaus hatte erklärt, das Kunst-Relikt von Ely erhalten zu haben.