Indien: Polizei verhaftet mutmaßliche Vergewaltiger - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gewalt gegen Frauen in Indien Polizei nimmt mutmaßliche Vergewaltiger einer Nonne fest

Das Verbrechen löste weltweit Empörung aus: Vor zwei Wochen vergewaltigten sechs Männer eine indische Nonne - und tauchten unter. Jetzt meldet die Polizei erste Erfolge bei der Fahndung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kalkutta - Knapp zwei Wochen nach der Vergewaltigung einer Nonne im indischen Bundesstaat Westbengalen hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Vorausgegangen war eine landesweite Fahndung. Einen der beiden Männer spürten die Ermittler in seinem Versteck in der westindischen Stadt Mumbai auf, sagte ein Polizeivertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Die über 70 Jahre alte Nonne war Mitte März in ihrer Klosterschule nahe Kalkutta angegriffen und so schwer verletzt worden, dass sie operiert werden musste. Die Polizei ermittelt wegen Gruppenvergewaltigung. Vier der sechs Täter konnten mithilfe von Überwachungskameras identifiziert werden. Ob die beiden Festgenommenen auf den Kameras zu sehen sind, teilte die Polizei nicht mit.

Die Tat hatte eine Protestwelle ausgelöst. Der Angriff auf die Nonne reiht sich nicht nur ein in eine lange Liste grausamer sexueller Übergriffe auf Frauen in Indien. Er schürt auch die Angst der christlichen Minderheit vor wachsender Gewalt radikaler Hinduisten gegen Anhänger anderer Religionen.

Der indische Premierminister Narendra Modi hatte die Vergewaltigung verurteilt. Kritiker werfen dem Hindunationalisten aber vor, zu lange zu Übergriffen auf Christen und andere religiösen Minderheiten geschwiegen zu haben. Etwa zwei Prozent der etwa 1,2 Milliarden Inder sind Christen.

sms/AP/AFP

Mehr lesen über