Italien Auftritt nur gegen Sex
Rom - Salvatore Sottile soll Frauen die Teilnahme an Fernsehsendungen des Senders RAI versprochen haben, schreibt die Zeitung "La Repubblica" unter Berufung auf den Präsidenten des Senders, Claudio Petrolucci. Als Gegenleistung habe Sottile Sexdienste verlangt.
Der Vorwurf sei in dem Haftbefehl aufgetaucht, der zu der Festnahme Viktor Emmanuels geführt hatte. Darin heißt es, Sottile habe "Vorteile aus seiner Position gezogen, um sexuelle Dienste von jungen Frauen zu erhalten". Der Vorwurf werde nun hausintern untersucht, zitiert das Blatt Petrolucci. In den Skandal soll auch der Vize-Personalchef der RAI verwickelt sein.
Sottile wurde unter Hausarrest gestellt. Er soll an demselben Verbrecherring beteiligt sein wie Viktor Emmanuel. Der Sohn des letzten italienischen Königs war am Freitag unter dem Verdacht der organisierten Kriminalität verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 69-Jährigen vor, Chef einer kriminellen Organisation zu sein. Er soll seine Beziehungen für Glücksspielbetrug und Zuhälterei genutzt haben. Am Dienstag soll er zum ersten Mal vor einem Regionalgericht im süditalienischen Potenza erscheinen.
Mehrere italienische Zeitungen veröffentlichten Abschriften von aufgezeichneten Telefongesprächen. In diesen schlägt Sottile dem Vizepersonalchef des RAI junge Frauen für Sendungen vor und macht dabei zum Teil sexuelle Anspielungen. Im italienischen Fernsehen treten zahllose leicht bekleidete Frauen auf, was immer wieder Diskussionen auslöst. Im vergangenen Jahr kritisierte sogar das UN-Sonderkomitee gegen sexuelle Diskriminierung von Frauen diese Praxis.
aki/AFP