Jacksons Schlafdroge "Es ist ein wundervolles Mittel"
Los Angeles - Im Zentrum der polizeilichen Ermittlungen zum Tode Jacksons stehen inzwischen das Narkosemittel Propofol und der Privatarzt des Musikers, Conrad Murray. Er wird verdächtigt, dem Star wegen dessen Schlafstörungen das Medikament wenige Stunden vor dem Ableben des Musikers verabreicht zu haben.
Propofol ist ein rasch wirkendes Narkosemittel, das ein angenehmes Einschlafen und Aufwachen ermöglicht. Es muss allerdings unter ärztlicher Aufsicht verabreicht und mit einem EKG überwacht werden. "Es ist ein wundervolles, wundervolles Mittel", sagte ein US-Arzt dem Magazin "People". "Die Patienten fühlen sich frisch hinterher, und nicht als wären sie operiert worden." Die Polizei hatte das Medikament in Jacksons Haus sichergestellt.
Ein früherer Arzt des Sängers, der kalifornische Rheumatologe Allan Metzger, ließ am Wochenende berichten, er habe Jackson noch bei einem Hausbesuch im April vor dem Medikament gewarnt. "Jackson fragte nach Propofol. Dr. Metzger weigerte sich und sagte ihm, wie gefährlich es ist", zitierte das "People"-Magazin einen Anwalt des Arztes. "Offenbar versuchte Jackson, an das Mittel zu kommen und jemanden zu finden, der es ihm verabreicht."
Aus Polizeikreisen erfuhr die Nachrichtenagentur AP, dass Jackson sich seine Propofol-Medikation selbst eingestellt haben soll. So habe er sich nachts betäuben können, morgens sei er dann von der Infusion befreit worden. Das jedoch sei "als bettele man darum, dass ein Unglück geschieht", sagte ein Arzt laut "People".
Testament und Sorgerecht
Mehr als fünf Wochen nach dem Tod von Michael Jackson soll gerichtlich über sein Testament und das Sorgerecht für die drei Kinder entschieden werden. Bei der Anhörung am Montag in Los Angeles will die 79-jährige Großmutter Katherine Jackson beantragen, die Kinder Prince, 12, Paris, 11, und Blanket, 7, unter ihrer Obhut aufwachsen zu lassen. Darauf hatte sie sich in einem langen Tauziehen mit Debbie Rowe, der Ex-Frau des "King of Pop", verständigt.
Streit droht dagegen in Finanzfragen. Jackson hatte in einem Testament aus dem Jahr 2002 zwei seiner Vertrauten als Vermögensverwalter eingesetzt. Seine Mutter verlangt jedoch ein Mitspracherecht. Um wie viel Geld es geht, ist nicht genau bekannt.
Der Sänger soll bei seinem Tod am 25. Juni zwar bis zu 500 Millionen Dollar Schulden hinterlassen haben, seine lukrativen Musikrechte könnten diesen Betrag aber bei weitem aufwiegen.
Wo sich der Leichnam des Sängers befindet, ist weiter ein Rätsel. Sein Sarg war nach einer öffentlichen Trauerfeier am 7. Juli in Los Angeles an einen unbekannten Ort gebracht worden. Musikmogul Berry Gordy dementierte diese Woche, dass er der Familie Jackson seine Familiengruft auf einem Friedhof in Los Angeles "geliehen" habe, bis eine Entscheidung über die endgültige Ruhestätte gefallen ist.
"Das ist absolut falsch. Michael Jacksons Leichnam ist nicht da", sagte Gordys Sprecherin der "New York Daily News". Ein Teil der Familie will den Sänger auf seiner einstigen Neverland Ranch beerdigen, andere Familienmitglieder lehnen das entschieden ab.