Jugendgewalt Brutaler Überfall in Berlin
Berlin - Der Mann beobachtete die drei 15 und 16 Jahre alten Jungen und ihre 15-jährige Freundin heute Nacht gegen 1 Uhr auf dem S-Bahnhof Plänterwald im Stadtteil Treptow dabei, wie sie sich einen Imbiss zu schaffen machten. Als er sie ansprach, attackierten ihn die drei Jungen mit Tritten gegen Kopf und Oberkörper. Der 30-Jährige entkam trotz starker Blutungen am Kopf mit einem Sprung ins Gleisbett. Die vier Jugendlichen wurden festgenommen, das Mädchen kam inzwischen wieder auf freien Fuß. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Unterdessen erließ das Frankfurter Amtsgericht wegen des brutalen Übergriffes auf einen U-Bahn-Fahrer Haftbefehl gegen einen 17-jährigen Verdächtigen. Bei dem Jugendlichen bestehe Wiederholungsgefahr, teilte die Behörde mit. Der mutmaßliche Schläger wurde bereits im vergangenen Jahr wegen räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von insgesamt zehn Monaten verurteilt. Er gilt als Intensivtäter.
Den Ermittlungen zufolge wurde der 43-jährige U-Bahn-Fahrer am frühen Sonntagmorgen an der Station Heddernheim von dem 17-Jährigen getreten. Ein 20-jähriger Komplize soll außerdem zugeschlagen haben. Bei ihm sieht die Staatsanwaltschaft jedoch keine Wiederholungsgefahr und beantragte deswegen keine Haft. Das Opfer wurde gestern aus dem Krankenhaus entlassen.
Die Münchner Polizei nahm derweil nach der U-Bahn-Schlägerei vom Wochenende einen vierten Tatverdächtigen fest. Dem 17 Jahre alten Palästinenser werde vorgeworfen, am Sonntag an einem Überfall auf zwei 22-jährige Männer beteiligt gewesen zu sein, teilten die Ermittler mit. Ihm wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Bereits kurz nach dem Überfall waren ein 17-jähriger Iraker, ein gleichaltriger Palästinenser und ein 16 Jahre alter Palästinenser festgenommen worden. Nur gegen den 16-jährigen Palästinenser wurde Haftbefehl erlassen. Er war im vergangenen Herbst illegal nach München gekommen und seitdem schon gut ein Dutzend Mal aufgefallen, unter anderem wegen räuberischer Erpressung. Die beiden anderen Verdächtigen wurden nach ihrer Vernehmung auf freien Fuß gesetzt. Der Überfall wurde teilweise von einer Überwachungskamera aufgezeichnet.
jdl/AP/dpa