Vorwurf des sexuellen Übergriffs Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Kai Diekmann ein
Kai Diekmann
Foto: imago/ Tom MaelsaDie Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt nicht länger gegen den früheren "Bild"-Herausgeber Kai Diekmann. Das gab Diekmanns Anwalt Otmar Kury bekannt.
Eine Mitarbeiterin des Axel-Springer-Verlags hatte Diekmann vorgeworfen, sie nach einer Klausurtagung in Potsdam im Sommer vergangenen Jahres beim Baden belästigt zu haben.
Es habe sich kein hinreichender Tatverdacht ermitteln lassen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. "Denn hinsichtlich der Feststellung der tatsächlichen Geschehnisse im Sommer 2016 stehen sich im Ergebnis allein die Einlassung des Beschuldigten und die Bekundungen der Zeugin diametral gegenüber." Dabei seien die Angaben des Beschuldigten nicht weniger wahrscheinlich als die Angaben der Frau. Objektive Beweismittel gebe es nicht.
"Wir hatten stets vollstes Vertrauen in die Ermittlungen der Behörden und sehen uns darin durch die Einstellung 1. Klasse bestätigt", so Diekmann-Anwalt Kury.
Die Springer-Mitarbeiterin hatte sich zunächst an das Unternehmen gewandt, das den Fall mithilfe externer Rechtsexperten untersuchen ließ, aber kein strafbares Verhalten feststellen konnte. Um den Vorwurf rechtsverbindlich klären zu lassen, hatte Springer den Fall mit Diekmanns Einverständnis an die zuständige Staatsanwaltschaft in Potsdam übergeben.
Diekmann hatte den Springer-Konzern Ende Januar verlassen. Das Ausscheiden habe jedoch nicht mit dem Vorwurf in Zusammenhang gestanden. Die Entscheidung sei schon vorher gefallen.