Kanada Amoklauf an Schule in Montreal
Montreal - Panikartig flohen die Schüler aus dem Gebäude auf die umliegenden Straßen, nachdem der Mann die Cafeteria des Dawson College im Zentrum Montreals gestürmt und das Feuer eröffnet hatte. Der Amokschütze mit dem Irokesen-Haarschnitt und schwarzem Mantel habe keine Vorwarnung gegeben, berichtet Augenzeuge Soher Marous. "Er hat nichts gesagt. Er hatte ein kaltes Gesicht. Er hat keine Miene verzogen. Er hat einfach angefangen zu schießen. Er war ein kaltblütiger Killer".
Eine Schülerin hatte gesehen, wie der Mann das Schulgebäude betreten hatte. "Da kam ein Typ in einem schwarzen Trenchcoat und schwarzen Stiefeln, mit diesem bescheuerten Haarschnitt, und er hatte ein riesiges Maschinengewehr dabei. Er ging bei helllichtem Tag die Straße mit einer Waffe runter und niemand hat was zu ihm gesagt, und dann hat er angefangen zu schießen", erzählte die junge Frau dem Fernsehsender CBC. Ihr zufolge war der Täter etwa 19-jährig. "Er sah aus wie ein Klischee, mit dem langen schwarzen Trenchcoat und den Piercings und Nieten und all dem Zeug." Nach Angaben des Polizeichefs der Stadt Montreal wurde der Schütze von Polizisten getötet. Es habe nur einen Täter gegeben. Zuvor hatte es geheißen, der Mann habe sich selbst umgebracht. Auch war in Fernsehberichten von zwei Tätern und von bis zu vier Todesopfern die Rede gewesen.
Das Dawson-College, an dem sich die Schießerei ereignete, wird von rund 10.000 Schülern zwischen 16 und 19 Jahren besucht, die sich dort auf ein Hochschulstudium vorbereiten. Die Polizei ließ benachbarte Gebäude räumen und schloss eine U-Bahn-Station. Ein Sondereinsatzkommando durchkämmte nach Angaben von CNN das College mit Hunden auf der Suche nach weiteren Opfern. Die Suche ist inzwischen eingestellt.
Der Vorfall weckte Erinnerungen an einen früheren Amoklauf in der Stadt: An der Polytechnischen Schule von Montreal waren vor 17 Jahren 14 Frauen von einem Mann getötet worden, der danach Selbstmord beging. In einem Abschiedsbrief hatte der 25-Jährige angegeben, Feministinnen hätten sein Leben ruiniert.
reh/Reuters/dpa/AFP/dpa-AFX